Frings: Frust-Foul nach Werders Taktik-Debakel
Berlin (dpa) - 16.05.2010, 14:54 Uhr
Der Bremer Torsten Frings musste im Pokal-Finale den Platz verlassen.
All der Frust und all die Vergeblichkeit brachen sich Bahn, als das Spiel schon längst entschieden war: Mit Anlauf rauschte Torsten Frings dem ballführenden Bastian Schweinsteiger in der 77. Minute in die Beine. Vorgeführt, geradezu gedemütigt wurden die Bremer. Chancenlos waren sie wie noch nie in dieser Saison. Der Versuch, den Bayern mit einer taktischen Überraschung beizukommen, scheiterte. Trotz des eindeutigen Frust-Fouls und der unumstrittenen Gelb-Roten Karte zeigte sich Frings uneinsichtig. «Ich grätsche da rein, spiele den Ball», sagte der Kapitän der hoffnungslos unterlegenen Mannschaft und fügte an: «Der lässt sich theatralisch fallen. Das muss man nicht geben.»
Es war eine sehr eigenwillige Einordnung der Geschehnisse - wie die Eigenbetrachtung der vereinseigenen Internetseite, die «Gelungener Saisonabschluss» titelte. Immerhin brachte der Werder- Kapitän eine passende Einschätzung des spielerischen Verlaufs: «Die haben verdient gewonnen», kommentierte Frings: «Die strotzen so vor Selbstvertrauen, dass wir keine Chance hatten.» Der Versuch, den Bayern mit einer veränderten Taktik beizukommen, ging gründlich daneben. Trainer Thomas Schaaf begann mit einer Doppel-Sechs und Regisseur Mesut Özil als Stürmer, wechselte nach der Pause aber wieder auf die klassische Werder-Raute mit dem weiterhin viel zu passiven Özil in zentraler Position. Im Grunde war das Spiel da aber schon entschieden - auch wenn die Bremer kurz nach dem Wechsel eine Chance zum Ausgleichstreffer besaßen. |