«Bayern ist momentan die beste Mannschaft», sagte Werder-Keeper Wiese, um gleich nachzuschieben: «Aber wenn du vor der Saison 65 Millionen investierst ist das auch kein Wunder.» Die unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen scheinen auch für den Bremer Tormann eine zusätzliche Motivation: «Wenn wir gewinnen, ist es umso schöner.» Natürlich sind die Bremer längst keine armen Schlucker mehr - weder die Spieler noch der Verein. Immerhin erwirtschaftete die Werder Bremen GmbH & Co KG aA im abgelaufenen Geschäftsjahr stattliche 120,7 Millionen Euro. Und sportlich haben sich die Bremer in den vergangenen Jahren als Nummer zwei hinter den Bayern etabliert, die zuletzt einen Umsatz von 268,7 Millionen Euro aufwiesen. Nach der Krise im Winter hat der Pokalsieger des Vorjahres den Sprung in die Champions-League-Qualifikation noch geschafft. Vor allem diese Aufholjagd hat auch den Bayern imponiert. «Die haben im Saisonendspurt zu ihrer alten Stärke gefunden», lobte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger. Und auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hob den «großen Respekt» vor Werder hervor. «Das wird kein einfaches Spiel», sagte Rummenigge bei der Eröffnung des Fanshops am Münchner Flughafen und versicherte mit Blick auf den von Frings eingeforderten Champagner für den Bremer Bundesliga-Sieg gegen Schalke: «Er hat ja mal ein Jahr hier gespielt und weiß, dass wir immer großzügig sind. Er braucht sich keine Sorgen zu machen.» Spätestens mit dem Anpfiff am Samstag im Berliner Olympiastadion wird das verbale Vorgeplänkel ein Ende haben. Bayern will den nächsten Schritt zum Triple machen, Bremen seinen Saison-Titel holen. «Werder ist in einer sehr, sehr guten Form», sagte Bayern-Stürmer Ivica Olic. «Das wird nicht einfach.» Der kroatische Stürmer, der vergangene Saison noch bei Werders Nordrivalen Hamburger SV spielte, hat mit den Bremern noch eine Rechnung offen und daher eine ganz eigene Motivation im Berliner Finale: «Letztes Jahr bin ich im Halbfinale gegen Bremen rausgeflogen. Jetzt habe ich die Chance, dass ich gewinne», sagte der Angreifer. Olic wartet jedoch noch auf sein erstes Pokaltor in dieser Saison. Eine ganz besondere Geschichte verbindet den Kroaten zudem mit Wiese, der ihn ein Jahr zuvor mit einem «Karate-Tritt» verletzt hatte.
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