Respekt und Sticheleien aus Bremen vor Finale
Bremen (dpa) - 12.05.2010, 13:24 Uhr
Torsten Frings und Torwart Tim Wiese wollen mit Werder im Pokal-Finale die Triple-Träume der Bayern zerstören.
Lemke gegen Hoeneß, arm gegen reich, Werder gegen Bayern - die alten Geschichten, Klischees oder Schlagworte beflügeln noch immer. «Es gibt nichts schöneres, als gegen Bayern zu gewinnen», frotzelte Werder-Kapitän Torsten Frings vor dem Pokal-Endspiel in Berlin und verweist auf die Millionen-Transfers der Münchener: «Man muss ja sehen, was Bayern zuletzt investiert hat.» Der Werder-Antreiber mit Münchener Vergangenheit spricht mit großem Respekt von den Bayern, hat aber wie auch Nationaltorwart Tim Wiese offensichtlich Spaß an kleinen Sticheleien. «Von uns redet keiner», sagte Frings und schob genüsslich nach: «Das ist auch gut so. Umso mehr sind wir heiß auf dieses Spiel.» Und dann erinnerte er an alte Zeiten, als noch Willi Lemke mit klassenkämpferischen Parolen den Nord-Süd-Konflikt anheizte und Uli Hoeneß zurückschoss. «Alle reden nur von Bayern, uns hat keiner auf dem Plan. Das war 1999 auch so, da war es auch nur ein Frage des Ergebnisses, wie hoch wir verlieren.» Werder aber gewann das Pokal-Finale vor elf Jahren im Elfmeterschießen. Es war der erste Titel unter Trainer Thomas Schaaf. Damals war der Münchner Triple-Traum nach dem tränenreichen Champions-League-Finale von Barcelona gerade geplatzt.
Die Bremer sehen sich selbst als Außenseiter und überlassen den Münchenern gerne die Favoritenrolle. «Bayern ist momentan die beste Mannschaft», sagte Werder-Keeper Wiese, um gleich nachzuschieben: «Aber wenn du vor der Saison 65 Millionen investierst ist das auch kein Wunder.» Die unterschiedlichen wirtschaftlichen Voraussetzungen scheinen auch für den Bremer Tormann eine zusätzliche Motivation: «Wenn wir gewinnen, ist es umso schöner.» Natürlich sind die Bremer längst keine armen Schlucker mehr - weder die Spieler noch der Verein. Immerhin erwirtschaftete die Werder Bremen GmbH & Co KG aA im abgelaufenen Geschäftsjahr stattliche 120,7 Millionen Euro. Und sportlich haben sich die Bremer in den vergangenen Jahren als Nummer zwei hinter den Bayern etabliert, die zuletzt einen Umsatz von 268,7 Millionen Euro aufwiesen. |