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Babbel weiter Teamchef des VfB Stuttgart

Stuttgart (dpa) - 28.10.2009, 15:17 Uhr

Stuttgarts Trainer Markus Babbel sitzt mit versteinerter Miene auf der Trainerbank.
Stuttgarts Trainer Markus Babbel sitzt mit versteinerter Miene auf der Trainerbank.

Markus Babbel bleibt zumindest vorerst Teamchef des VfB Stuttgart. Der 37 Jahre alte Bayer leitete wie gewohnt das Training des schwäbischen Fußball-Bundesligisten.

Nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal gegen Zweitligist SpVgg Greuther Fürth und den jüngsten Niederlagen in der Bundesliga und der Champions League war fraglich gewesen, ob die seit Wochen schwächelnden Schwaben an Babbel festhalten. Dabei standen die Zeichen unmittelbar nach der 0:1 (0:1)-Pleite beim Zweitligisten, der fünften Niederlage in Folge, auf Trennung. In Stuttgarter Zeitungen wurden schon Marcel Koller und Eric Gerets als mögliche Nachfolger gehandelt. Jürgen Klinsmann scheint kein Thema zu sein. «Wir müssen das erstmal verarbeiten und verkraften, und dann werden wir weiter sehen», betonte Sportdirektor Horst Heldt.

Zum ersten Mal gab Heldt kein Treuebekenntnis zu Babbel ab. Stattdessen sagte er: «Ich weiß nicht, ob es nur Pech ist, was wir haben.» Während die SpVgg Greuther Fürth ihren zweiten Viertelfinaleinzug seit der Saison 2003/04 bejubelte, herrschte beim VfB Tristesse pur. Babbel schlich Sekunden nach dem Schlusspfiff mit versteinerter Miene in die Kabine. Im dunklen Anzug und mit gefalteten Händen ließ er danach die Pressekonferenz über sich ergehen. «Im Pokal zählt nicht, ob du gut oder schlecht spielst. Da zählt nur das Weiterkommen», räumte der 37-Jährige ein.

Sportliche Argumente hat Babbel praktisch keine mehr. In der Bundesliga taumelt sein Team als 14. in der Abstiegszone, in der Champions League droht das Aus, im DFB-Pokal sind die Schwaben an einem Zweitligisten gescheitert. Babbel selbst sagte: «Die Lage wird mit Sicherheit nicht einfacher. Ich kann nur, so lange ich tätig bin, alles dafür tun, dass die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur kommt.» Nach mehr als 18 Jahren als Spieler und Trainer im Profigeschäft weiß er aber: «Für mich wird es so langsam eng. Ich hoffe, dass der Verein weiter hinter mir steht.»

Die Mannschaft scheint dies zu tun. Die Spieler warben noch einmal für ihren Coach. «Ich denke, der Verein weiß, dass ich absolut dafür bin, Konstanz zu behalten, Ruhe reinzubringen und mit den Trainern weiterzuarbeiten», sagte Torwart Jens Lehmann und warnte: «Fehler, die wir Spieler machen, jetzt mit Fehlern des Vereins gutmachen zu wollen, ist nie gut. Fehler auf Fehler. Das kann dazu führen, dass man in vier Monaten wieder hier steht, und eine Situation hat, die der jetzigen ähnelt.» Julian Schieber sprach gar von einem «Fluch», der die glücklosen Stuttgarter derzeit verfolge.


Babbel ist diese Rückendeckung zu wenig. «Mir bringt es nichts, nach dem Spiel schlaue Statements abzugeben, sie sollen es auf dem Platz machen», sagte er. Sein vermeintliches «Endspiel» hatte der Bayer gegen Benno Möhlmann verloren, der ihn in seiner Zeit beim Hamburger SV als jungen Verteidiger stark gefördert hatte. «Die Verantwortlichen werden alle zusammen mit dem Markus die richtige Entscheidung treffen», sagte Möhlmann zur Lage beim VfB.

Die ist nach nur vier Siegen in 16 Saisonspielen prekär. Wenn schon ein Zweitligist mit dem Torschützen Bernd Nehrig (32. Minute) zu stark für die Schwaben ist, was soll dann erst gegen Bayern München und in der Champions League beim FC Sevilla passieren? «Man muss nichts schön reden, das ist eine beschissene Situation», sagte Roberto Hilbert.

Doch der VfB hat nicht nur Pech. In der noch jungen Saison wurden auch viele Fehler gemacht. Babbel ließ viel zu viel rotieren und hat daher noch immer keine eingespielte Mannschaft. Im Falle einer Trennung stünde auch der Manager mächtig unter Druck: Heldt müsste mit dem nächsten Coach den Volltreffer landen, der ihm bei der Suche nach einem Ersatz für Torjäger Mario Gomez nicht geglückt ist.

Sogar von den Pokalhelden aus Fürth bekamen die Stuttgarter Mitgefühl. «Es ist schön für mich, die Mannschaft und das Publikum, dass wir weiter sind», sagte Torschütze Nehrig, der beim VfB ausgebildet wurde. «Das ist aber auch schade für einen Verein, bei dem man so lange war, dass es da jetzt eine Krise gibt und womöglich der Trainer entlassen wird.» Knapp zwei Millionen Euro haben die Fürther im Pokal bislang eingespielt. «Das war wirtschaftlich der wichtigste Sieg der letzten zehn Jahre», sagte Präsident Helmut Hack.

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