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VfB-Pleite im Pokal - Fürth feiert, Babbel bangt

Fürth (dpa) - 27.10.2009, 22:05 Uhr

VfB-Keeper Jens Lehmann (hinten) kann den Ball zum 1:0 dfür Fürth nicht halten.
VfB-Keeper Jens Lehmann (hinten) kann den Ball zum 1:0 dfür Fürth nicht halten.

Fürth (dpa) - Nach den Liga-Pleiten nun das Pokal-Aus: Markus Babbel hat als Trainer des VfB Stuttgart kaum noch sportliche Argumente. Und muss mehr denn je um seinen Posten fürchten, zumal Manager Horst Heldt erstmals keinen Treueschwur mehr abgab.

Der verunsicherte Bundesliga-14. präsentierte sich am Dienstag bei der SpVgg Greuther-Fürth wie zuletzt in der Fußball-Bundesliga ideenlos und kassierte zu recht eine schmerzhafte 0:1 (0:1)-Niederlage. Ein Tor von Bernd Nehrig, der bis 2007 neun Jahre lang beim VfB gespielt hatte, reichte gegen die zum fünften Mal nacheinander als Verlierer vom Platz geschickten Schwaben und bescherte der Mannschaft von Benno Möhlmann den Einzug ins Pokal-Viertelfinale. «Einige sind heute über sich hinausgewachsen», sagte Möhlmann. «Am Ende hatten wir sicher auch Glück, aber das hatten wir uns wirklich verdient.»

Auf Babbel, der trotz des milden Herbstabend mit Schal und Handschuhen am Spielfeldrand saß, kommen frostige Zeiten zu. «Ich stelle mich der Situation und hoffe, dass ich die Chance bekomme weiterzumachen», gab sich der angeschlagene Coach kämpferisch vor dem Heimspiel am Samstag gegen Bayern München. Heldt reagierte auf die Fragen zum Trainer fast patzig: «Natürlich kann der Trainer die Bälle nicht reinmachen - das weiß ich auch», sagte der ebenfalls in der Kritik stehende Manager. Doch eine Jobgarantie wie in den vorigen Wochen gab es diesmal nicht: «Jetzt werden wir keine Entscheidung treffen. Wir werden uns zusammensetzen und darüber nachdenken.»

Kapitän Thomas Hitzlsperger kauerte nach dem Aus enttäuscht auf dem Rasen und versteckte seine Tränen. Mit hängenden Schultern lief er mit der Mannschaft in die Fan-Kurve und analysierte dann: «Wir hatten auch Pech, aber das sagen wir nun schon seit Wochen. Bis zum 16er spielen wir gut Fußball, aber dann treffen wir das Tor nicht.»

Glücklos und im wichtigen Moment einmal mehr mit dummen Fehlern brachte sich der VfB wieder um den Lohn der engagierten Arbeit. Dabei hatte Babbel ganz auf Offensive gesetzt und in Ciprian Marica, der am Ende allein das Spiel für den VfB hätte entscheiden können, und Millionen-Neuzugang Pawel Progrebnjak zwei Stürmer aufgeboten. Der wie der Russe enttäuschende Alexander Hleb saß derweil beim Anpfiff nur auf der Bank, kam erst nach knapp einer Stunde zum Zug. Schieber ersetzte Progrebnjak nach einer Stunde.


Gegen die tief stehenden Fürther blieben zunächst die großen Chancen aus. Marica verfehlte in der 22. Minute aus der Drehung und verpasste damit die größte Möglichkeit der Stuttgarter. Dass nur eine Chance ausreichen kann - zumal gegen den schwachen VfB - zeigte der Zweitliga-Achte nach gut einer halben Stunde. Ein feiner Pass von Leonard Haas landete bei Nehrig, der sich auf der rechten Seite völlig frei der schülerhaften Abwehr von Arthur Boka locker erwehrte und bei seinem Schuss nicht nur Matthieu Delpierre, sondern auch Keeper Jens Lehmann schlecht aussehen ließ.

Babbels Halbzeit-Ansprache zeigte keine Wirkung. Stattdessen hätten die Fürther in der 49. Minute fast die Vorentscheidung geschafft. Doch selbst einen Konter drei gegen zwei ließen sie ungenutzt. Weil auch die dicksten Chancen nicht zum Ausgleich führten, als Marica (78.) einen Abpraller freistehend vergab, neun Minuten später nur den Pfosten traf und dann auch noch das Tor knapp verfehlte (90.), blieb es bei der neuerlichen Pleite.

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