Pokal-Aus für Basler: Köln nach 3:0 locker weiter
Trier (dpa) - 27.10.2009, 21:18 Uhr
Der Kölner Youssef Mohamad (r) jubelt nach seinem Treffer zum 2:0 in Trier.
Köln marschiert, Trier verliert: Fußball- Bundesligist 1. FC Köln hat dem Viertligisten Eintracht Trier eine weitere Pokal-Party verdorben und nach dem lockeren 3:0 (2:0)- Auswärtssieg erstmals seit sieben Jahren wieder die Runde der letzten Acht erreicht. Innerhalb von vier Minuten stießen Milivoje Novakovic (25. Minute) und Youssef Mohamad (29.) das Tor zum Viertelfinale schon vor der Pause auf, der überragende Maniche krönte sein «Comeback» mit dem 3:0 (52.). Für den Tabellen-Zwölften der Regionalliga West und Trainer Mario Basler wird der Druck nach dem Absturz in der Liga und dem Pokal-Aus nun immer größer. Die 10 800 Zuschauer im Moselstadion, das in sieben Stunden ausverkauft war, hatten nach den Eintracht-Coups gegen Hannover 96 und Arminia Bielefeld auf die dritte Pokal-Überraschung gehofft, nach der fünften Pflichtspiel-Niederlage und schon 395 Minuten ohne Tor war die Enttäuschung dann aber groß.
«Der 1. FC Köln hat uns nicht unterschätzt, hat mit der Stamm- Mannschaft gespielt. Sie haben das Spiel sehr ernst genommen und uns in der einen oder anderen Situation gezeigt, warum es eine erste und eine vierte Liga gibt», meinte Basler. Trainerkollege Zvonimir Soldo war nach dem standesgemäßen Sieg wunschlos glücklich: «Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Wir haben sehr konzentriert gespielt und das Spiel über 90 Minuten kontrolliert.» Auch Kölns Nationalspieler Lukas Podolski war zufrieden: «Wir haben von der ersten Minute das gezeigt, was wir machen wollten.» Die Kölner waren von Trainer Zvonimir Soldo so offensiv auf- und eingestellt worden, wie noch nie in dieser Saison: Hinter der Doppelspitze Milivoje Novakovic und Manasseh Ishiaku hatten auch Lukas Podolski und Sebastian Freis zumeist den Vorwärtsgang eingelegt. Novakovic musste nach Vorlage von Maniche nur noch den rechten Fuß hinhalten, beim 2:0 legte Novakovic nach Eckball von Podolski, der in der 51. Minute den Pfosten traf, per Kopfball für den freistehenden Mohamad auf. Der Schuss von Maniche, der nach drei Spielen Rot-Sperre wieder im Team stand, wurde unglücklich für den chancenlosen Eintracht-Keeper Kenneth Kronholm abgefälscht. Mit dem Doppelschlag hatte der viermalige Pokalsieger Köln dem Außenseiter früh den Schneid abgekauft. Die Eintracht-Doppelspitze mit Sahr Senesie («Ich hoffe, wir fliegen aus dem DFB-Pokal, damit nichts übertüncht wird») und Wilko Risser konnte sich nur sporadisch in Szene setzen. Mit zwei Einwechslungen bereits nach 36 Minuten wollte Basler die Offensive stärken, doch Zählbares brachte auch diese taktische Notvariante nicht. Der Kölner Geromel rettete Sekunden vor dem Pausenpfiff in höchster Not vor dem heranstürmenden Risser, Senesie scheiterte nur knapp (69.).
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