Vom Exzentriker zum Vorbild: Basler in Trier
Frankfurt/Main (dpa) - 27.10.2009, 12:38 Uhr
Triers Trainer Mario Basler (M) freut sich mit Wilko Risser beim Sieg über Bielefeld.
Als Spieler war Mario Basler einer jener Fußball-Profis, die man sich heute so oft in der Bundesliga wünscht. Ein Mann mit Ecken und Kanten, der kein Blatt vor den Mund nahm und abseits des grünen Rasens immer für eine Eskapade gut war. Zwischen Genie und Wahnsinn bewegte sich Basler während seiner aktiven Laufbahn, je zwei Meisterschaften und Pokalsiege blieben nach 262 Erstliga-Spielen ebenso in Erinnerung wie Bilder des Exzentrikers mit Bierglas und Zigarette in der Hand. Fünf Jahre nach dem Ende seiner Karriere ist Basler einem Glimmstängel oder Pils immer noch nicht abgeneigt, doch als Trainer des Regionalligisten Eintracht Trier hat sich der 40-Jährige auch zu etwas gewandelt, was ihm als Spieler wohl niemand zugetraut hätte: Basler ist ein richtiges Vorbild. «Die Mannschaft weiß, wie ich als Spieler war - und dass ich nun ein anderer Basler bin», sagt der ehemalige Mittelfeldspieler. Trier ist die zweite Trainer-Station für ihn, bei der ersten in Regensburg war nach etwas mehr als einem Jahr Schluss. Als der Traditionsclub aus der Moselstadt im September vorigen Jahres die Verpflichtung des einstigen «enfant terrible» bekanntgab, schüttelten viele Beobachter den Kopf. Was soll Basler schon bewirken? Der hat doch immer noch Flausen im Kopf. So oder ähnlich fielen die Kommentare aus.
Doch mit akribischer und ehrlicher Arbeit hat sich der Pfälzer an der Mosel schnell Respekt verschafft. Dabei greift Basler, der in der Bundesliga für Kaiserslautern, Bremen und Bayern München auf dem Platz wirbelte, auf seine Erfahrungen als Aktiver zurück. Mit Otto Rehhagel, Giovanni Trapattoni und Ottmar Hitzfeld hat er unter drei renommierten Trainern gearbeitet. Und auch, wenn diese hin und wieder an seiner Leichtfüßigkeit abseits des Platzes verzweifelten - Basler hat von seinen Lehrmeistern viel mitgenommen. Eine Kopie des einen oder anderen will er nicht sein. Dafür ist ein Mario Basler auch nicht geboren. Vielmehr ist es der Mix aus Taktikfuchs Trapattoni, Motivator Rehhagel und Gentleman Hitzfeld, der Basler inzwischen zu einem anerkannten Coach gemacht hat. Was er von seinen Spielern fordert, ist hundertprozentiger Einsatz auf dem Platz. Ob seine Jungs in ihrer Freizeit auch mal die Zügel schleifen lassen, ist ihm egal. «Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Aber die Leistung muss stimmen», lautet seine Maxime. Im laufenden DFB-Pokalwettbewerb hat die Arbeit des Bundesliga- Torschützenkönigs von 1995 bereits Früchte getragen. Die Erfolge gegen Hannover 96 und Arminia Bielefeld spülten dringend benötigtes Geld in die klammen Kassen der Eintracht. In der Regionalliga lief es für Baslers Trierer hingegen zuletzt nicht besonders gut. Nach vier Pleiten in Serie ist der Traum vom Aufstieg beinahe schon geplatzt. Sorgen um seinen Job muss sich Basler trotzdem nicht machen. «Eindeutig mit dem Trainer», wolle der Club zurück in die Erfolgsspur, erklärte Vorstandsmitglied Harry Thiele.
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