Babbel unter Druck - Fürth als Weichensteller
Stuttgart (dpa) - 26.10.2009, 14:39 Uhr
Markus Babbel (r) versucht in Hannover seine Spieler zu erreichen.
Nach dem Katastrophen-Start in der Fußball- Bundesliga hat das DFB-Pokal-Achtelfinale beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth für VfB-Trainer Markus Babbel schon Endspielcharakter. «Wir müssen in Fürth gewinnen. Da kann es überhaupt keine Diskussionen geben», forderte Sportvorstand Horst Heldt vor dem Duell, «wir haben eine Woche, in der du alles gewinnen oder alles verlieren kannst.» Auch Babbel hofft auf einen Befreiungsschlag in dem K.o.-Duell. «Das ist ein anderer Wettbewerb, da haben wir eine große Möglichkeit, etwas zu schaffen», erklärte der Coach, der bei einer weiteren Pleite vor der Entlassung steht. Heldt will das Wort «Endspiel» nicht in den Mund nehmen. Vielmehr versucht der Manager, den Fokus auf die sportliche Bedeutung der Begegnung zu lenken: «In der Bundesliga sind wir schon weit abgeschlagen. In den anderen Wettbewerben aber haben wir noch Ziele, die wir erreichen können.»
Heldt gibt Babbel auch nach vier Niederlagen in Folge noch Rückendeckung und nimmt die Mannschaft in die Pflicht. «Wir können einzig und allein auf dem Platz die Wende herbeiführen. Da ist jeder gefordert. Jeder Einzelne muss Rechenschaft vor sich selbst ablegen», sagte der 39-Jährige eindringlich. «In Fürth sind jetzt 18 Mann gefordert. Elf fangen an und die anderen warten bis sie eingewechselt werden.» Zustimmung für seinen (noch) standhaften Kurs erhält Heldt von Franz Beckenbauer. «Ich glaube, dass die Zukunft Markus Babbel gehört: Er ist ein anständiger, ein klar denkender Stratege, ein guter Trainer», sagte der Bayern-Präsident im TV-Sender Sky. «Ich hoffe nur, dass der VfB sich nicht treiben und von der Öffentlichkeit beeinflussen lässt, sondern sagt: Das ziehen wir jetzt durch. Das wäre der richtige Weg.» |