Dutt «kein HB-Männchen» - FCA will FC Bayern
Augsburg (dpa) - 24.09.2009, 12:01 Uhr
Der Augsburger Daniel Brinkmann (l) schießt das 1:0.
Nach dem seltsam blutleeren Pokal-Auftritt seiner Freiburger Profis blieb Robin Dutt wie immer ganz cool. «Wenn wir gewonnen haben, halte ich ein gewisses Maß an Sachlichkeit. Und bei Niederlagen mache ich auch nicht das HB-Männchen. Aber ich bin mehr als enttäuscht», meinte der Trainer des Fußball-Bundesligisten SC Freiburg nach der 0:1-Pokalpleite beim Zweitligisten FC Augsburg. Während die Gäste mit hängenden Köpfen in die Kabine schlichen, feierten die Hausherren ihren ersten Pokaltriumph im neuen Stadion. «Das ist ein richtig schöner Tag», sagte Kapitän Uwe Möhrle. Pomadig, behäbig, langweilig: Nach ihren starken Auftritten bei Schalke (1:0) und bei Hertha BSC (4:0) gingen die Breisgauer die Pflichtaufgabe beim Zweitligisten wie verwandelt an. Schwächen in der Defensive, die Offensive ein Totalausfall - selbst nach dem überfälligen Treffer von Augsburgs Daniel Brinkmann (63. Minute) wartete Dutt vergeblich auf ein Aufbäumen seiner Mannschaft. «Wir hatten keine echte Torchance. Was uns sonst ausmacht, nämlich Kombinationsspiel, Organisation, das war alles nicht zu sehen. Deshalb ist der Pokalwettbewerb für uns verdientermaßen beendet.»
Da zu einer Pokalsensation nicht nur ein schwächelnder Favorit, sondern stets auch ein beherzter Außenseiter gehört, war Augsburgs Coach Jos Luhukay der Mann des Abends. «Das war eine taktische Meisterleistung unseres Trainers», lobte Geschäftsführer Andreas Rettig. Ausgerechnet aus dem Freiburger 4:0-Sieg bei Hertha BSC hatte Luhukay wertvolle Schlüsse gezogen. «Ich habe mich mit dem Spiel in Berlin sehr beschäftigt. Das hat mich nicht mehr losgelassen.» Die Arbeit fruchtete: Hinten ließen die Hausherren über 90 Minuten nichts zu, vorne setzten sie Nadelstich um Nadelstich und wurden mit dem Tor belohnt. «Wir waren im Spiel nach vorne zwingend, drohend», freute sich Luhukay. Am Ende war erstmals seit 16 Jahren wieder das Achtelfinale erreicht - und viel Selbstvertrauen nach schleppendem Saisonstart zurückgekehrt. «Ein Heimspiel wäre gut. Da haben wir auch gegen einen Erstligisten eine Chance», formulierte Rettig seinen Wunsch für die nächste Runde. Profi Patrick Mölzl setzte einen drauf. «Ich würde gerne hier zu Hause die Bayern 3:0 schlagen.» Torschütze Brinkmann ergänzte: «Egal wer kommt - wir wollen ins Viertelfinale.» Freiburgs Coach Dutt erwies sich als guter Verlierer und zollte dem siegreichen Außenseiter Respekt. «Ohne Wenn und Aber Gratulation an Augsburg für den absolut verdienten Sieg», sagte der SC-Coach und blickte nach dem unerfreulichen Pokal-Abend lieber auf das Ziel Bundesliga-Klassenverbleib. «Wir werden den Spielern sagen, was sie besser machen müssen», sagte er zum Heimspiel gegen Mönchengladbach. «Vielleicht sieht am Sonntagabend die Welt wieder ganz anders aus.»
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