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Schöne Grüße an die Bundesliga: FCK empfiehlt sich

Kaiserslautern (dpa) - 24.09.2009, 11:51 Uhr

Spieler von Kaiserslautern jubeln nach dem Tor zum 2:0.
Spieler von Kaiserslautern jubeln nach dem Tor zum 2:0.

Mit nur leicht geröteten Wangen saß Bayer Leverkusens Trainer Jupp Heynckes nach dem Pokal-Aus beim 1. FC Kaiserslautern (1:2) in der Pressekonferenz und nahm seine Spieler in Schutz.

Nach so einer Blamage hätte Heynckes früher seinem Spitznamen «Osram» alle Ehre gemacht und wäre mit hochrotem Kopf in die Kabine gestürmt. Jetzt blieb der 64-Jährige erstaunlich gelassen: «Ich kann keinem einen Vorwurf machen. Die Jungs haben alles gegeben.» Im Fritz-Walter-Stadion tanzten in diesem Moment noch viele Fans: Mit dem Coup gegen den diesjährigen Cup-Finalisten erinnerten die Pfälzer an wildeste Bundesliga-Zeiten.

Ob der FCK jetzt endgültig ein heißer Aufstiegskandidat ist? «Nö», sagte Torhüter Tobias Sippel. «Wieso sollten wir uns diesen Druck machen?» Doch der unglaubliche Siegeswille und die Power, mit der der Zweitligist sich den Leverkusenern entgegenwarf, beeindruckte nicht nur die 33 712 Zuschauer. «Das ist eine Mannschaft, die gut zusammengestellt, aggressiv und laufstark ist, aber auch guten Fußball spielt», lobte Heynckes.

Die Gastgeber traten auf, wie es ihr Trainer Marco Kurz verlangt hatte: «Mit Leidenschaft, Laufbereitschaft und viel Herz.» So bebte der Betzenberg nach den Toren von Sidney Sam (12. Minute) und Erik Jendrisek (62.) - und erst recht nach dem Schlusspfiff. «Unsere Fans haben 90 Minuten durchgesungen», staunte Sippel. Und Kurz schickte ein Dankeschön nicht nur ans Team, «sondern an jeden einzelnen Zuschauer».

Zumal die FCK-Profis in der «dritten» Halbzeit Kräfte sparten. «Man setzt sich kurz im VIP-Raum zusammen und geht dann brav nach Hause», erklärte Kapitän Martin Amedick. Sein Coach Kurz drückte es noch drastischer aus: «Ich mach' gleich mal die Spaßbremse: Gefeiert wird nicht. Wir haben vier Masseure da und gutes Essen.»


Drei Tage vor ihrem Derby beim 1. FC Köln nahmen die Leverkusener die Niederlage bei den «Roten Teufeln» hin, als seien auf dem Betzenberg himmlische Mächte im Spiel. «Wir wussten, dass es schwierig wird vor so einer Kulisse», meinte achselzuckend Toni Kroos. Nach dem Anschlusstreffer durch den eingewechselten Theofanis Gekas (86.) war es allerdings noch einmal richtig hektisch geworden.

«Dass wir versucht haben, das Blatt zu wenden, das stimmt mich optimistisch», sagte Heynckes vor dem Köln-Spiel und ergänzte entschuldigend: «Ich bin jetzt noch nicht beim Derby, ich habe noch eine bisschen damit zu tun, das heutige Spiel aufzuarbeiten.» Schließlich war es die erste Niederlage für den Trainer-Routinier nach zwölf Pflichtspielen bei Bayer und Bayern München. Und der Traum von seinem ersten Triumph im DFB-Pokal ist zumindest für diese Saison geplatzt. Doch selbst so etwas nimmt der frühere Coach von Real Madrid inzwischen gelassen.

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