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Stuttgarter Hoffnung: Belebung durch «Dreckssieg»

Lübeck (dpa) - 24.09.2009, 11:30 Uhr

Stuttgarts Kapitän Thomas Hitzlsperger hat Philipp Röhr im Nacken.
Stuttgarts Kapitän Thomas Hitzlsperger hat Philipp Röhr im Nacken.

Ein glanzloser Sieg bei einem Viertligisten soll dem schwächelnden VfB Stuttgart neues Leben einhauchen. Nach dem 3:1 im DFB-Pokal beim VfB Lübeck klammert sich der Bundesligist krampfhaft an den zarten Erfolg, für den er auch noch eine 30-minütige Extraschicht benötigte.

Nach sechs sieglosen Pflichtspielen in Serie kommt den Schwaben das ungewohnte Erlebnis wie die Erlösung von einer schmerzhaften Pein vor. «Vielleicht läuft es ja jetzt besser bei uns», flehte Kapitän Thomas Hitzlsperger. Sein Teamkamerad Roberto Hilbert war sich sicher: «So einen Dreckssieg haben wir gebraucht.»

Den Beobachtern der ungleichen Rivalen drängte sich lange Zeit der Eindruck auf, das knapp dreitägige Trainingslager in Travemünde an der Ostsee habe die Verunsicherung der Stuttgarter eher vertieft denn beseitigt. Die Mannschaft von Trainer Markus Babbel präsentierte sich ängstlich, leistete sich peinliche Fehler en masse. Der Champions-League-Teilnehmer rannte den Lübecker Amateuren, die teilweise am Vormittag noch ihren beruflichen Verpflichtungen nachgegangen waren, überraschend oft hinterher. «Wir machen zu viele einfache Fehler, die ich nicht erklären kann», stöhnte Babbel. «Das ist ein Spiegelbild der gesamten Saison.»

Der Trainer war dermaßen erbost über die Leistung seiner Kicker, dass er in der Pause nur eine Sekundenansprache hielt: «Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ihr bleibt liegen oder ihr steht jetzt auf.» Sprach's und verließ die Kabine. Nach zahlreichen Gesprächen in den vergangenen Tagen sind der Worte beim VfB Stuttgart nun genug gewechselt. «Das hat geholfen. Aber allein mit Reden kommen wir nicht weiter», meinte Hitzlsperger, der jetzt auf neues Selbstvertrauen setzt: «Wir haben die Brust rausgestreckt.»

Im Achtelfinale will Babbel nicht wieder eine unterklassige Mannschaft. «Gegen die tun wir uns immer schwer. Deshalb wäre es besser, wenn wir gegen die Bayern spielen würden», verkündete der Coach.

Beifall gab es für die Lübecker, denen nach dem Coup in der ersten Runde (2:1 gegen Bundesliga-Aufsteiger Mainz) beinahe auch noch der zweite gelungen wäre. Nach der regulären Spielzeit hatten sie sich ein 1:1 erkämpft. «Ich bin traurig und stolz zugleich», meinte Trainer Peter Schubert, ein Schwabe aus Neckarsulm. Nach dem begeisternden Spiel seiner Mannschaft äußerte er eine bescheidene Hoffnung: «Nach so einem Spiel müssten doch am Sonntag gegen den VFC Plauen mehr Zuschauer als sonst ins Stadion kommen.»


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