Stuttgarter Kraftakt wendet Pokal-Blamage ab
Lübeck (dpa) - 23.09.2009, 23:07 Uhr
Stuttgarts Kapitän Thomas Hitzlsperger hat Philipp Röhr im Nacken.
Mit einem wahren Kraftakt hat der VfB Stuttgart eine drohende Pokal-Blamage abgewendet. Durch späte Treffer von Julian Schieber (77.), Sami Khedira (109.) und Cacau (117.) gewannen die Schwaben beim Viertligisten VfB Lübeck mit 3:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung und zitterten sich ins Achtelfinale des DFB- Pokals. Vor 16 500 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Lohmühle hatte Bastian Henning (6.) die leidenschaftlich kämpfenden Lübecker in Führung gebracht. Die Hansestädter hatten in der ersten Runde Bundesliga-Aufsteiger FSV Mainz 05 mit 2:1 aus dem Rennen geworfen. «Es war das Spiel, das wir erwartet, aber nicht erhofft hatten. Es war nicht einfach, aber symptomatisch für unsere derzeitige Situation», sagte VfB-Kapitän Thomas Hitzlsperger. «Es war nur wichtig, dass wir weiterkommen», ergänzte Torschütze Khedira. Restlos bedient war der Lübecker Rolf Martin Landerl: «Es tut weh, dass wir verloren haben. Wir wussten, dass wir nur dann eine Chance haben, wenn wir Vollgas geben. Da wird man irgendwann mal müde.»
Mit dem spät erkämpften ersten Sieg nach erfolglosen Wochen verhinderten die Stuttgarter ein weiteres Abgleiten in die Krise. Lange Zeit drohte dem Champions League-Starter die dritte Niederlage in Serie. Nach dem «kapitalen Fehlstart» in der Bundesliga (Manager Horst Heldt) hatte der VfB einen weiteren Tiefschlag um jeden Preis verhindern wollen. Eigens für den Pokal-Auftritt absolvierten das Team von Markus Babbel ein Kurztrainingslager in Travemünde. «Für uns geht es um den Ruf», hatte Heldt seinen Mannen ins Gewissen geredet. Vor der Partie hatten die Norddeutschen von einer lediglich einprozentigen Chance aufs Weiterkommen gesprochen. Es sollte anders kommen. Die verunsicherten Gäste hatten schon in der Anfangsphase das Nachsehen. Die Lübecker gewannen die meisten Zweikämpfe, beeindruckten den Rivalen mit aggressivem Spiel und hatten auch nach der raschen Führung durch Bastian weiter Torchancen. Marcel Gebers (10. Minute), Henning (16.) und Jakob Sachs (29.) prüften Stuttgarts Torhüter Sven Ulreich, der den vereinsintern gesperrten und zudem am Brustwirbel verletzten Stammtorhüter Jens Lehmann vertrat. |