VfL trotz Pokal-Niederlage zufrieden
Bochum (dpa) - 23.09.2009, 13:18 Uhr
Die Schalker Torschütze Heiko Westermann (2. v.l.) wird von seinen Kollegen bestürmt.
Die Trainer waren zufrieden, die Fans feierten Frank Heinemann und Felix Magath, die Profis die Versöhnung mit ihren Anhängern: Nach der 0:3-Pokalpleite des VfL Bochum gegen den Nachbarn Schalke 04 herrschte im rewirpower-Stadion eine für Revierderbys selten friedfertige Stimmung. Dabei waren auf dem Rasen die Fetzen geflogen, sieben Gelbe Karten musste Schiedsrichter Florian Meyer bereits bis zur Pause verteilen. «Es war ein richtiger Pokal-Fight, mit viel Einsatz und Leidenschaft auf beiden Seiten», bilanzierte Felix Magath. Der Knappen-Coach, der vor dem Gästeblock die Ovationen der rund 15 000 Schalke-Fans entgegennahm, machte seinem Team nach dem Einzug ins Achtelfinale zwar Komplimente, schaute dabei allerdings wie drei Tage Regenwetter: «Meine junge Mannschaft hat gut dagegen gehalten, kontrolliert gespielt und zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht.» Dank der Treffer von Heiko Westermann (10.) und Halil Altintop (56.) sowie Christian Fuchs (76./Eigentor) war der Erfolg im «kleinen» Derby, vier Tage vor dem «großen» Nachbar-Duell bei Borussia Dortmund, nie ernsthaft in Gefahr. «Ich freue mich auf das große Derby. Wenn wir so weitermachen, können wir auch am Samstag gewinnen», sagte Torhüter Manuel Neuer. Marcelo Bordon forderte gegen den BVB die gleiche «Aggressivität und Konzentration wie in Bochum».
Schalke kann nach dem Sieg auf weitere willkommene Pokal-Einnahmen hoffen, doch auch die Bochumer durften sich ein wenig wie Sieger fühlen. Zwei Tage nach der Trennung von Marcel Koller bot der Bundesliga-17. zwar keine spielerische Glanzleistung, aber endlich sorgte die zuletzt lethargische Elf mit einem engagierten Auftritt für ein Lebenszeichen, das auch die Fans honorierten. «Die Spieler haben Moral, Laufbereitschaft und Leidenschaft gezeigt. Das beweist, dass sie aus dem Loch herauskommen wollen», befand Interimscoach Heinemann. «Funny» war zwar noch nicht zum Lachen zumute, doch dem Auswärtsspiel beim Aufsteiger 1. FC Nürnberg sieht er nun optimistischer entgegen. Um den neuen Teamgeist zu beschwören, rief Heinemann, der laut Sportvorstand Thomas Ernst («Wir suchen einen Cheftrainer») wohl keine Dauerlösung ist, seine Mannen nach dem Spiel in den Mittelkreis. «Das war ein Zeichen, dass wir enger zusammenrücken. Denn nur gemeinsam können wir da rauskommen. Für das Wir-Gefühl war es gut, aber jetzt müssen die Punkte her», sagte Heinemann. Schon vor Anpfiff hatte der VfL-Trainer mit Personalveränderungen Aufbruchstimmung erzeugt. So spielte überraschend der 22 Jahre alte Regionalliga-Torwart Andreas Luthe. Und er machte seine Sache im ersten Pflichtspiel bei den Profis so gut, dass er auch in Nürnberg auflaufen wird. «Natürlich hätte ich mir ein anderes Ergebnis bei meinem Debüt gewünscht. Aber wenn wir genauso in den nächsten Spielen auftreten, werden wir auch erfolgreich sein», sagte Luthe.
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