Andersens Märchen: «Ich weiß, was ich kann»
Mönchengladbach (dpa) - 23.09.2009, 12:46 Uhr
Duisburgs Andersen (2.v.l.) trifft in der letzten Minute der Nachspielzeit zum 1:0.
Der Däne Kristoffer Andersen schrieb mit seinem Last-Minute-Tor im DFB-Pokal ein kleines Fußball-Märchen. Mit seinem Treffer in letzter Sekunde schoss er Zweitligist MSV Duisburg ins Achtelfinale und seinen Ex-Club Borussia Mönchengladbach in die Krise. «Ich weiß, was ich kann», meinte der Sohn von Henrik Andersen, der 1992 mit Dänemark Europameister wurde und von 1990 bis 1998 für den 1. FC Köln spielte, nach dem 1:0-Sieg mit gestärktem Selbstvertrauen. «2008 hat man mich hier nicht mehr gewollt, deshalb freut mich das Tor besonders.» Zweifel, ob er tatsächlich in die Fußstapfen seines Vaters treten könne, werden ihn in den vergangenen Jahren dennoch geplagt haben. Von 2006 bis 2008 kickte der 23-jährige Mittelfeldspieler bei den U 23-Amateuren von Borussia Mönchengladbach, ohne jemals in den Profi-Kader berufen worden zu sein. Danach spielte Andersen eine Saison beim Drittliga-Absteiger VfR Ahlen und wurde arbeitslos. Von Anfang Juli an absolvierte er ein Probetraining in Duisburg, bekam aber erst am 10. September einen Einjahresvertrag. «Ich hatte nie Zweifel, dass es klappt», sagte Andersen, den MSV-Trainer Peter Neururer als «Riesen-Fußballer mit sehr guter Perspektive» bezeichnet.
Der Duisburger Chefcoach hofft - motiviert durch den unerwarteten Pokal-Sieg - nach zwei Niederlagen in Liga zwei nun gegen Rot-Weiß Oberhausen auf die Wende. «Wenn wir auch gegen RWO gewinnen, haben wir uns einigermaßen rehabilitiert», sagte Neururer, der die «Zebras» zurück in die Bundesliga führen will. Dagegen geht in Mönchengladbach nach der Pleite die Furcht um, dass das fünfte Pokal- Aus in Serie seit 2005 den Negativtrend wie in der vorigen Saison forcieren könnte. «Wir dürfen es nicht so weit kommen lassen wie im vergangenen Jahr und müssen uns stabilisieren», warnte Kapitän Tobias Levels. Denn nach dem 0:3 bei Energie Cottbus gewann die Borussia nur noch zwei von 15 Bundesliga-Partien. «Wir müssen ganz schnell aus der Begegnung lernen», forderte Gladbachs-Trainer Michael Frontzeck, dessen Team wie gegen 1899 Hoffenheim (2:4) gegen Spielende kopflos agierte. «Es ist das zweite Spiel innerhalb von drei Tagen, das wir in ähnlicher Art und Weise verlieren. Wenn wir da nicht zulegen, könnte es schnell unangenehm werden.» Nächster Gegner ist Aufsteiger SC Freiburg. «Ich denke, dass man hinfallen kann, aber auch, dass man aufstehen muss», sagte Frontzeck nach einem «ganz bitteren Abend».
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