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Gomez grübelt und sucht sein Glück - «Warum?»

München (dpa) - 23.09.2009, 12:52 Uhr

Bayern-Spieler Mario Gomez liegt auf dem Boden während Oberhausen-Torwart Sören Pirson dahinter den Ball hält.
Bayern-Spieler Mario Gomez liegt auf dem Boden während Oberhausen-Torwart Sören Pirson dahinter den Ball hält.

Als Mario Gomez dem lautstark bejubelten Comeback- Mann Luca Toni nach gut einer Stunde weichen musste, geriet der Rekordeinkauf noch ein bisschen mehr ins Grübeln.

Zwar hatte der 30 Millionen Euro teure Gomez beim 5:0 (2:0) des FC Bayern München über Fußball-Zweitligist Rot-Weiß Oberhausen sein sechstes Tor im neunten Pflichtspiel erzielt und sich redlich bemüht, aber das große Gomez- Glück will sich einfach noch nicht einstellen. «Ich glaube jeder, der ein bisschen was von Fußball versteht, kann sich in meine Lage hineinversetzen. Wenn du die ersten Spiele machst und ins Tor triffst, und dann trotzdem rausgenommen wirst, dann fängst du dich natürlich an zu fragen: warum?», gab der 24-Jährige mit gewohnt leisen Worten einen Einblick in seine Gedankenspiele. «Ich brauche für mein Spiel volles Selbstvertrauen.»

Gomez ist bei Trainer Louis van Gaal, der mit den sieben reinrotierten Feldspielern und dem ebenfalls aufgebotenen Ersatztorwart Michael Rensing insgesamt zufrieden war, derzeit nur als Teilzeitkraft gefragt. In der Liga wurde er zuletzt gegen Dortmund und Nürnberg zweimal zur Pause ausgetauscht, in der Champions League durfte er nur die letzten 26 Minuten ran, und auf dem Weg ins Pokal-Achtelfinale musste er nun in der 61. Minute ausgerechnet dem von den 40 000 Zuschauern lautstark bejubelten Konkurrenten Toni weichen. «Ich wurde geholt, um Tore zu schießen. Dann in der Champions League auf der Bank zu sitzen, das hat mich schon verunsichert», gestand der Nationalspieler. Und auch ein Platz im Liga-Gipfel am Samstag beim Hamburger SV ist schwer zu bekommen. «Der Trainer hat jede Woche die Qual der Wahl.»

Für einen Bayern-Stürmer ist es in diesen Tagen wahrlich nicht leicht. Zum einen wird je nach System (zum Beispiel im 4-3-3) nur eine echte Spitze gebraucht, zum anderen tummelt sich gerade ganz vorne eine riesige Qualität. Miroslav Klose musste bei van Gaals großer Rotation ins Mittelfeld zurückweichen, Toni wird nach dem ersten Einsatz für die Münchner Profis nach vier Monaten auch bald zur Alternative. Ivica Olic und Thomas Müller rangieren in der Trainer-Gunst derzeit ohnehin ganz vorn. «Wir haben einen großen Kader mit viel Qualität. Es kommt immer mal zu Härtefällen und das muss jeder akzeptieren. Miroslav Klose hat auch schon auf der Bank gesessen oder auch Franck Ribéry», betonte Ersatz-Kapitän Philipp Lahm.

Vereinzelt gab es gegen Nationalstürmer Gomez sogar Unmutsbekundungen von den Rängen, dabei hatte er nach Daniel Embers Eigentor (32. Minute) zum wichtigen 2:0 (41.) vor der Pause abgestaubt. Bei einem Kopfball (54.) scheiterte er dagegen kläglich, nach einem schlampigen Zuspiel von Hamit Altintop (56.) verpasste der Angreifer ebenfalls ein weiteres Erfolgserlebnis. Besser machten es dagegen Daniel van Buyten mit einem Doppelpack (67./86.) und Joker Thomas Müller (70.) gut 30 Sekunden nach seiner Einwechslung. «Ich wollte nicht extra auf die Minute warten, sonst hätte der Gegner mir vielleicht noch den Ball weggenommen», scherzte der kecke Aufsteiger - und wurde wie der Vorbereiter des Treffers von Coach gelobt. «Der Pass von Toni war fantastisch und Müller ist ein Killer», sagte der Niederländer.

Müller ist aber nicht nur ein «Killer», sondern auch das Paradebeispiel dafür, was ein Stürmer mit dem nötigen Selbstvertrauen zustande bringt. «Wenn man so reinkommt, sieht man, dass es gerade läuft», sagte der 20-Jährige, der auch gegen den HSV seine Chance suchen will. Extragroß ist die Vorfreude auf das Duell mit dem Ex- Club bei van Buyten, der derzeit in der Form seines Bayern-Lebens spielt. «Das Spiel ist was Besonderes, ich habe sehr gute Erinnerungen und noch Freunde dort. Das ist wie Champions League», betonte der Abwehrchef.


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