Trier feiert Pokal-Party gegen Hannover
Frankfurt/Main (dpa) - 03.08.2009, 12:10 Uhr
Trierer Spieler und Betreuer jubeln nach dem Treffer zum 2:1 durch Josef Cinar.
Mario Basler feierte bis tief in die Nacht die Pokal-Sensation mit Eintracht Trier, Dieter Hecking beorderte seine blamierten Profis von Hannover 96 zum Straftraining. Nach dem Aus in der 1. Runde des DFB-Pokals durch das 1:3 beim Viertligisten von der Mosel brennt beim Fußball-Bundesligisten der Baum. «Wie wir nach der Pause auseinandergefallen sind, war eines Bundesligisten unwürdig. Wenn sich das wiederholt, steht uns eine hammerharte Saison bevor», redete 96-Trainer Hecking Tacheles und nahm seine Mannschaft vor dem ersten Bundesligaspiel bei Hertha BSC in die Pflicht: «Es wird eine schwierige Woche für uns alle. Der eine oder andere muss seinen Hintern bewegen, sonst wird es eng für uns.» Auch für Hecking, dessen Stuhl schon in der vergangenen Saison auf wackligen Füßen stand. «Die zweite Halbzeit war absolut indiskutabel. Wenn man sich als Bundesligaprofi von Feierabend-Fußballern so abkochen lässt, muss man sich überlegen, ob man den richtigen Job hat. Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen», schimpfte der maßlos enttäuschte Sportdirektor Jörg Schmadtke. «So können wir in der Bundesliga nicht bestehen.»
Hecking strich nicht nur seinen Profis den freien Tag, sondern sagte auch seine Teilnahme am Golfturnier des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) im niedersächsischen Nörten- Hardenberg ab. Bereits die blamable 1:2-Pleite im Testspiel beim Sechstligisten Anker Wismar und das von Pfiffen der eigenen Fans begleitete 0:1 gegen den FC Arsenal waren Warnschüsse, die 96- Präsident Martin Kind nicht gefallen haben. Die Spieler übten nach der Pokal-Blamage Selbstkritik, im Umfeld wird aber die Qualität des Kaders angezweifelt. «Das reicht nicht für die Bundesliga», sagte 96-Torschütze Jan Rosenthal. «Offensichtlich ist der Warnschuss aus der vergangenen Woche bei einigen Spielern nicht angekommen. Uns steht die unruhigste Woche bevor, die man sich vorstellen kann. So wird es in der Bundesliga schwer», meinte Kapitän Robert Enke. «Die Mannschaft muss sich langsam mal an die eigene Nase fassen und ist endlich gefordert, ihr Gesicht zu zeigen», erklärte Hecking. Ganz anders war die Stimmungslage bei seinem Kollegen Basler, der mit dem Einzug in die 2. Pokalrunde seinen bisher größten Erfolg als Trainer feierte. «Ich bin froh, zum ersten Mal weitergekommen zu sein», sagte Basler, der als Spieler mit Werder Bremen (1994) und Bayern München (1998) zweimal den Pokal gewonnen hatte. Einen Wunschgegner hat der Europameister von 1996, für den Trier nach Jahn Regensburg und TuS Koblenz (Assistent von Uwe Rapolder) die dritte Trainerstation ist, nicht. Der Sportliche Leiter Fritz Fuchs hofft dagegen in der 2. Runde, die dem Regionalligisten 237 500 Euro in die Kasse spült, auf ein Derby: «Für die nächste Runde wünsche ich mir den 1. FC Kaiserslautern.»
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