«Das war nix» - Dortmund schlecht, aber weiter
Weiden (dpa) - 02.08.2009, 11:16 Uhr
Dortmunds Lucas Barrios jubelt über seinen Treffer zum 0:1.
Lautstark peitschte Jürgen Klopp seine Mannschaft eine Pokalrunde weiter, nach der Zitterpartie wählte der Trainer von Borussia Dortmund dann eher leise Töne: «Das war nix heute, das wissen wir.» «Wir wissen aber auch, was in der Mannschaft steckt, nur hat sie es heute nicht gezeigt», sagte Klopp nach dem glanzlosen 3:1 (1:0) beim Regionalliga-Aufsteiger SpVgg Weiden und hielt sich mit harter Kritik an dem peinlichen Auftritt seiner unsortierten und lustlosen Stars zurück. «Wir haben trotz eines schlechten Spiels gewonnen. Im Pokal geht es nur ums Weiterkommen», stellte der Borussen-Coach erleichtert fest. Hauptsache weiter, dachten sich auch die vielen BVB-Fans, die nach dem Spiel vor dem Mannschaftsbus auf ihre Helden warteten. Die hatten sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert gegen eine tapfer kämpfende Weidener Mannschaft, die sich unmittelbar vor dem Anpfiff mit hausgemachtem Mohnkuchen gestärkt hatte. Ein Klassenunterschied war selten zu sehen. Als Florian Schrepel nach Dortmunds Führung durch Welttorjäger Lucas Barrios (24.) und Nuri Sahin (46.) auf 1:2 verkürzte, geriet die Borussia in höchste Not, ehe Mohamed Zidan in der Nachspielzeit mit einem Kullertor alles klar machte. «Nach dem 2:0 haben wir wohl geglaubt, dass es ein Selbstläufer wird», kritisierte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.
Vor dem 3:1 war Schrepel nach Gelb-Rot nicht mehr dabei und der angeschlagene Alexander Konjevic humpelte nur noch über den Platz, trotzdem konnten sich die spielerisch maßlos enttäuschenden Dortmunder gegen nur «neuneinhalb Weidener» (Klopp) nicht durchsetzen. «Gegen solche Gegner ist es schwierig. Die sind topmotiviert, das ist für die das Spiel des Jahres», meinte Torschütze Sahin, «wir haben gezittert, jetzt müssen wir den Mund abwischen und weiter geht es». Sahin musste sich in der zweiten Halbzeit deutliche Worte von Klopp gefallen lassen, vor der Pause hatte sich der BVB-Trainer den völlig indisponierten Jakub Blaszczykowski mehrfach lautstark zur Brust genommen. Klopp entschuldigte die schwache Leistung seiner Borussen mit dem stumpfen Rasen und bayrischem Sommerwetter, lobte aber auch die gute Taktik der Oberpfälzer: «Die haben uns das Leben richtig schwer gemacht.» Ein kleines Lob hatte er für den für 4,5 Millionen Euro teuren Stareinkauf Barrios parat. «Er hat einen positiven Eindruck hinterlassen. Wir wissen, dass er einschlagen wird», sagte Klopp nach dem ersten Pflichtspieleinsatz des Argentiniers. Ansonsten gebe es keinen Spieler, der hervorzuheben wäre, fügte der Trainer hinzu. Bis zum Bundesligastart am kommenden Samstag gegen den 1. FC Köln hat Klopp noch viel Arbeit vor sich. Womöglich erwartet Dortmund dann ein ähnliches Spiel wie am Samstag im Pokal. Weidens Trainer Gino Lettieri fand es jedenfalls «wunderbar, dass Borussia gegen Köln spielt. Der FC spielt ja genauso wie wir in der ersten Halbzeit - Räume eng machen, aber nicht hinten rein stellen».
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