Startschuss für Frontzeck: «Große Herausforderung»
Mönchengladbach (dpa) - 31.07.2009, 14:03 Uhr
Michael Frontzeck beim Trainingsauftakt mit den Borussen.
Michael Frontzeck fiebert seinem Pflichtspiel-Debüt als Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach entgegen, doch der 45 Jahre alte Fußball-Lehrer erwartet zum Start noch keine Wunderdinge. «Es wird Zeit, dass es endlich losgeht. Ich bin gespannt, ob die Mannschaft alles umsetzen kann. Aber bei der Personalsituation muss jedem Laien klar sein, dass es noch nicht rund laufen kann», sagte Frontzeck vor seinem ersten Auftritt im DFB-Pokalspiel beim FSV Frankfurt. Nach sechs Wochen Vorbereitungszeit steht der frühere Gladbacher Profi und Assistenz- Coach in seiner Heimatstadt möglicherweise vor einem Karrieresprung. «Das ist für mich die Herausforderung schlechthin», sagte Frontzeck. Fast 15 Jahre hat der Ex-Nationalspieler in Gladbach gearbeitet, ehe er am 3. Juni als Nachfolger des zurückgetretenen Hans Meyer präsentiert wurde. Er kennt den Club aus dem Effeff, wenn auch nur aus Zeiten des altehrwürdigen Bökelbergs. «Ich bin hier noch unter anderen Bedingungen aufgewachsen. Der Club ist heute viel größer geworden», meinte Frontzeck, der zuvor bei Alemannia Aachen und Arminia Bielefeld unter eher bescheidenen Voraussetzungen arbeiten musste. «Hier habe ich Bedingungen, die ich noch nicht kannte», sagte der Chefcoach. Es sei ein Vorteil für ihn und angenehm, in seinem Heimatclub zu arbeiten: «Aber angenehm heißt nicht einfach.»
Die Verpflichtung Frontzecks, der als zehnter Trainer in den vergangenen zehn Jahren seinen Job bei der Borussia antrat, hat im Umfeld des Clubs zunächst keine Begeisterungsstürme ausgelöst. «Mit diesen Vorbehalten müssen wir als Trainer leben», sagte der Coach. «Aber während der letzten Wochen habe ich hier viel Freundlichkeit erfahren. Schließlich kennen mich die Leute ja auch.» Frontzeck kann die Sorgen und Nöte der Fans verstehen. «Jeder hier hat Angst, noch einmal so eine Saison wie die letzte zu erleben. Und darum ist es auch unser Ziel, dies mit allen Mitteln zu vermeiden», betonte er. Deshalb hat der Club viel Geld investiert: Fünf Millionen Euro schon im Winter, noch einmal knapp zehn Millionen jetzt. Zwar fehlen zum Saisonstart in Logan Bailly, Filip Daems, Rob Friend und Marcel Meeuwis gleich vier wichtige Spieler, doch diese werden im Lauf der kommenden Wochen zum Team stoßen. Dazu profitiert der Coach von der ausgezeichneten Nachwuchsarbeit im Club, die von der Deutschen Fußball Liga DFL als vorbildlich gelobt wurde. «Wenn wir alle Clubs auf dem Niveau der Nachwuchsarbeit von Borussia Mönchengladbach hätten, wären wir sehr zufrieden. Das ist schon ein klares Vorzeigeprojekt», sagte DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus. Trotz aller guten Voraussetzungen zählt für Frontzeck zunächst ein gelungener Saison-Einstieg. Nach sechs Spielen könne man sehen, in welche Richtung es gehe, meinte der Coach, der um Kontinuität bemüht und bestrebt ist, eine gute Mannschaft aufzubauen. «Die einzige Frage ist, wie lange gibt man dir Zeit», meinte Frontzeck.
|