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Blamieren oder kassieren: Rekord-Erlöse im Pokal

Düsseldorf (dpa) - 30.07.2009, 16:37 Uhr

Leverkusens Trainer Jupp Heynckes warnt vor vermeintlich einfachen Aufgaben.
Leverkusens Trainer Jupp Heynckes warnt vor vermeintlich einfachen Aufgaben.

Blamieren oder kassieren: Auf der Abkürzung nach Europa erwartet die Clubs zum Start in die neue Fußball-Saison eine Rekordeinnahme und der DFB-Pokal als Hauptgewinn.

Doch zunächst wollen die Spitzenvereine unbedingt vermeiden, gegen einen Außenseiter die Niete zu ziehen. «Das wird alles andere als ein Selbstläufer. Die werden gegen uns sehr engagiert zu Werke gehen», sagte der neue Trainer des Cup-Finalisten Bayer Leverkusen, Jupp Heynckes, vor der Auftaktpartie bei Regionalligist SV Babelsberg. Insgesamt werden an die 64 beteiligten Teams mehr als 50 Millionen Euro ausgeschüttet. In der ersten Runde dürfen sich auch die unterklassigen Mannschaften bereits über 100 000 Euro freuen, der Pokalsieger kassiert allein aus den TV-Geldern 6,1 Millionen Euro.

Neben den gestiegenen Einnahmen garantiert der DFB-Pokal für den Sieger in sechs Spielen auch weiterhin den kürzesten Weg in die Europa League. «Wir nehmen den Wettbewerb sehr wichtig, weil er für uns nur eine von zwei Möglichkeiten ist, ins internationale Geschäft zu kommen. Zudem ist er auch finanziell sehr lohnenswert», sagte Felix Magath, Trainer des FC Schalke 04, vor der Partie beim fünftklassigen TSV Germania Windeck in Köln. Gegen eine Mannschaft, die nicht ihr Niveau habe, sei das Weiterkommen seiner Elf Pflicht, äußerte Magath: «Unser Ziel ist das Finale in Berlin.»

In der vorigen Saison rettete Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen (1:0) nach einer verkorksten Bundesliga-Saison noch die Teilnahme am Nachfolgewettbewerb des UEFA-Cups. Wie Heynckes und Magath will sich auch Armin Veh das Pflichtspiel-Debüt bei seinem Club nicht vermiesen lassen. Meister VfL Wolfsburg bekommt es mit dem Drittligisten SV Wehen Wiesbaden zu tun. «Ich habe den Pokal schon immer geliebt», sagte Veh. «Natürlich sind wir individuell besser besetzt, aber wir müssen trotzdem die volle Prozentzahl geben und im Kopf hellwach sein», warnte er.

Ein neuer Fernsehvertrag und die zentrale Banden-Vermarktung sorgen für die hohen Erlöse. «Das sind eindrucksvolle Zahlen, die zeigen, dass der DFB-Pokal von der ersten Runde an nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich äußerst lukrativ für die Vereine ist», sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Erstmals werden vom Sportpark am Vinnenweg in Oberneuland bis zur Schalker Veltins-Arena die gleichen Werbeflächen am Spielfeldrand stehen, was 27,9 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren einbringt.


Die Favoriten wollen die erste Runde ohne großen Schaden überstehen, in der Fußball-Provinz haben die Feierlichkeiten bereits vorher begonnen. Sechstligist SpVgg Neckarelz aus dem badischen Städtchen Mosbach fiebert mit «Pokalknackern» (Würstchen) sowie eigens angefertigten T-Shirts und Schals auf das Duell mit dem FC Bayern München in Sinsheim hin. Doch zumindest im vorigen Jahr war alle Hoffnung auf die frühe Sensation vergebens: Erstmals in diesem Jahrzehnt setzten sich alle Bundesligisten durch.

Doch besonders der FSV Mainz 05 ist am Freitag gegen den Regionalligisten VfB Lübeck gewarnt. In den vergangenen sieben Jahren schied der Aufsteiger gleich dreimal in Runde eins aus. «Wir haben den Ehrgeiz, unser Pokal-Ergebnis vom letzten Jahr zu verbessern. Das heißt, wir wollen ins Finale. Dafür brauchen wir natürlich Los-Glück, das ein oder andere Heimspiel und natürlich einen Sieg in Lübeck»», sagte Trainer Jörn Andersen, dessen Mannschaft vergangene Saison erst im Halbfinale an Bayer 04 Leverkusen gescheitert war.

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