Neckarelz im Pokal gegen Bayern - Brisantes Derby
Hamburg (dpa) - 28.06.2009, 11:40 Uhr
Wer wird den DFB-Pokal 2010 in die Höhe strecken?
Der Titelverteidiger fährt schon wieder nach Berlin, Nobody Neckarelz empfängt Branchenführer FC Bayern und in Offenbach steigt ein brisantes Rhein-Main-Derby. «Das ist wie ein Sechser im Lotto und das Spannendste in 88 Jahren Vereinsgeschichte», jubelte Clubchef Thomas Ulmer vom Sechstligisten SpVgg Neckarelz. Der nordbadische Verbandsligist habe nach der Auslosung noch «fleißig bis in die Nacht hinein gefeiert», verriet der Präsident. «Das ist ein absolutes Traumlos. Die Euphorie ist grenzenlos und nicht mehr zu bremsen», sagte Trainer Peter Hogen. Da das Elzstadion nur 4500 Zuschauer fasst, will der klassentiefste Club im Wettbewerb gegen den deutschen Fußball-Rekordmeister und - Pokalsieger aus München nach Mannheim oder Sinsheim ausweichen. «Da passen dann rund 30 000 Zuschauer rein, und ich bin zuversichtlich, dass auch so viele kommen», sagte Vereinspräsident Thomas Ulmer der Deutschen Presse-Agentur dpa Im Vereinsheim «Zur Arena» im 6500-Einwohner-Ort Neckarelz hatten Bundestorwarttrainer Andreas Köpke und die zweimalige Weltmeisterin Renate Lingor beim Ziehen der Lose für die erste Pokal-Runde Partystimmung ausgelöst. Als der frühere Weltklasse-Keeper Köpke die kleine Plastikkugel öffnete und den großen Namen FC Bayern München als Gegner des Vertreters aus dem Neckar-Odenwald-Kreis verlas, sprangen die Fans auf Tische und Bierbänke - und jubelten über das «Spiel des Jahres» am ersten August-Wochenende. Als badischer Fußball-Pokalsieger hatte sich der «Hecht im Karpfenteich» («Fränkische Nachrichten») für die erste Hauptrunde qualifiziert.
«Diese Mannschaft ist natürlich eine unbekannte Größe für uns», betonte FCB-Sportdirektor Christian Nerlinger. «Aber auch wenn der Pokal bekanntlich seine eigenen Gesetze hat, müssen wir gegen diesen Gegner natürlich in die nächste Runde einziehen.» Der Sechstligist rechnet mit einem Geldregen für die Vereinskasse. Sofort trudelte eine Flut von Kartenwünschen beim Verein ein. Pro Stunde verzeichnete die Internetseite des Clubs 5000 Klicks. «Wir haben schon endlose Listen von Anfragen», sagte Ulmer. Der 52 Jahre alte Europa-Abgeordnete ist seit 24 Jahren Vereinschef und bezeichnet die Spielvereinigung als «Lebenswerk». Für die Spieler sei die Partie gegen die Münchner eine «einmalige Motivation». «Wir sind natürlich Außenseiter, aber werden uns teuer verkaufen», versprach Ulmer. Attraktive Kontrahenten für die Partien vom 31. Juli bis 3. August bekamen auch die Zweitliga-Aufsteiger 1. FC Union Berlin (Pokalsieger Werder Bremen) und Fortuna Düsseldorf (Hamburger SV), die Oberligisten Germania Windeck (Schalke 04) und Kickers Emden (1. FC Köln) oder der Viertliga-Verein SV Babelsberg 03 (Vorjahresfinalist Leverkusen) zugelost. Der deutsche Meister VfL Wolfsburg reist mit dem neuen Trainer Armin Veh zu Zweitliga-Absteiger Wehen Wiesbaden. |