3000 Fußball-Fans feiern am Bahnhof Zoo
Berlin (dpa) - 30.05.2009, 16:26 Uhr
Gut gelaunte Bayer-Fans reisen mit dem Zug nach Berlin.
Links grün, rechts rot und schwarz: Der Breitscheidplatz an der Gedächtniskirche in Berlin war klar aufgeteilt zwischen den Fans von Werder Bremen und Bayer 04 Leverkusen. Mehr als 3000 Fußball-Fans aus der Hansestadt und dem Rheinland stimmten sich auf das Pokalfinale am Abend ein. Säuberlich voneinander getrennt feierten sie zwischen Kudamm und Bahnhof Zoo. Das Bier floss reichlich, auf einer Großbildleinwand liefen Szenen aus den Pokalspielen des laufenden Wettbewerbs und beide Seiten feuerten sich mit Fangesängen gegenseitig an. Bis zum Mittag blieb es nach Angaben der Polizei friedlich. Vielleicht lag dies auch daran, dass sich die grünen Werder-Fans in ihren Schlachtgesängen vor allem auf den Hamburger SV stürzten. «Und schon wieder kein Finale, HSV», hieß es mehrfach in Anspielung auf die jüngsten norddeutschen Derbys im UEFA-Cup und im DFB-Pokal. Beide Halbfinal-Begegnungen hatte Werder für sich entschieden.
Gegen 14.00 Uhr postierten sich dann sicherheitshalber einige Polizisten zwischen den beiden Fangruppen. «Das ist aber eine schöne grüne Mütze», sagte ein Bremer Fan, der Beamte nahm es mit Humor. Mehrmals fuhr außerdem ein Krankenwagen vor, um Schlachtenbummler in ein Krankenhaus zu bringen, die zu tief ins Glas geschaut hatten. Doch nicht nur in der City-West regierte der Fußball. Die rheinische Kult-Kneipe Ständige Vertretung (Stev) am Schiffbauerdamm in Mitte befand sich bereits seit dem Vorabend fest in Leverkusener Hand. Und viele Familien aus dem Rheinland nutzten offenbar die Pfingsttage für einen Ausflug in die Hauptstadt. In den S- und U-Bahnen und vor allem am Alexanderplatz flanierten zahlreiche Gruppen von Bayer-Fans. Die Diskussionen der Fans auf dem Breitscheidplatz drehten sich vorwiegend um die kommende Saison und nicht so sehr um das Pokalfinale. «Das Gehaltsgefüge stimmt nicht mehr, einige wie Torsten Frings oder Diego verdienen einfach zu viel, andere dafür weniger. Das ist nicht gut», sagte ein etwa 40-jähriger Bremer Anhänger und zupfte an seinem grünen Schal. «Werder ist finanziell am Limit», pflichtete der andere bei. Bei den rot-schwarzen Rheinländern stand vor allem die Trainier-Frage im Vordergrund. Bayer-04-Coach Bruno Labbadia hatte vor dem 66. DFB-Pokalfinale mit seinem Rücktritt gedroht.
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