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Alles oder Nichts für Bayer und Werder

Bremen (dpa) - 28.05.2009, 12:31 Uhr

Für Bayer Leverkusen (r) und Werder Bremen geht es im Pokal um Alles oder Nichts.
Für Bayer Leverkusen (r) und Werder Bremen geht es im Pokal um Alles oder Nichts.

Das DFB-Pokalfinale ist für Bayer 04 Leverkusen und Werder Bremen zum «Cup der Frustrierten» geworden. Für beide in der Bundesliga havarierten Fußball-Topclubs wäre ein Schiffbruch im Finale in Berlin fatal.

«Der Druck auf Werder ist genauso groß wie auf uns», sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler. «Beide Vereine können die Enttäuschung aus der Meisterschaft lindern. Denn es ist auch ein Endspiel um den Einzug in die Europa League.» Eine letzte Bewährungsprobe könnte es für seinen in die Kritik geratenen Chefcoach Bruno Labbadia werden, dem trotz aller Treueschwüre bei einer Pleite das Aus droht. Kurioserweise ist Labbadia ebenso beim Hamburger SV im Gespräch wie Werders Coach Thomas Schaaf.

«Wir haben es versäumt, in dieser Saison Gas zu geben. Deshalb müssen wir uns jetzt etwas holen», fordert Bremens Torwart Tim Wiese ein letztes Aufbäumen im mit 72 964 Zuschauern ausverkauften Olympiastadion. «Am besten ist es, wenn wir uns keinen Druck machen», meinte der Nationalspieler vor dem «Privat-Duell» mit Bayer-Schlussmann René Adler. «Wir müssen da ganz unverkrampft rangehen.» Doch das ist leichter gesagt, als nach der Niederlage im UEFA-Cup- Finale (1:2 gegen Schachtjor Donezk) und dem Mittelmaß in der Liga (10. Platz) getan.

«Wir müssen uns immer wieder sagen: Wir haben noch die eine Chance, aber eben nur die eine», sagte Werders Nationalspieler Torsten Frings, «und die müssen wir nutzen. Der Pott muss nach Bremen.» Um den sechsten Pokal-Sieg nach 1961, 1991,1994, 1999 und 2004 feiern zu können, «werden wir uns zerreißen», versprach Werders zuletzt schwacher Mittelfeld-Antreiber.

Für Schaaf, der als Profi und als Trainer an vier Bremer Pokal-Triumphen beteiligt war, wäre ein Erfolg in Berlin «keine Entschädigung» für die Frust-Saison. «Es wäre aber super, wenn der Pokal wieder in unserer Vitrine stehen würde. Dann hätten wir wieder etwas zum Anfassen», sagte Schaaf, der in Berlin zum letzten Mal auf die Kreativität des zu Juventus Turin wechselnden Diego bauen kann.


Im Gegensatz zum Kollegen Labbadia wird er auch nach einer Niederlage fest im Werder-Sattel sitzen bleiben. «Wir gehen davon aus, dass Bruno Labbadia im nächsten Jahr unser Trainer ist - unabhängig vom Wochenende», betonte Völler. Werders Clubchef Klaus Allofs reagierte auf die Spekulationen über ein angebliches Interesse des Hamburger SV an Schaaf gelassen und sagte: «Thomas wird auch in der kommenden Saison unser Trainer sein.»

Völler stimmt es zuversichtlich, dass Bayer in der Liga zuletzt ein Auswärtssieg (2:0) an der Weser und ein Remis im Rückspiel (1:1) gelang. «Gegen Bremen bekommst Du immer Deine Chance», sagte der ehemalige Werder-Profi. Und die soll genutzt werden, um den ersten Titel nach dem Pokal-Erfolg von 1993 zu holen. «Pokalsieger hat einen ganz hohen Stellenwert. Dieser Titel ist nicht zu ersetzen», sagte Völler auch mit Blick auf die Rückkehr ins internationale Geschäft.

Ungeachtet der sportlichen Malaise der beiden Clubs erwartet er einen attraktiven Schlagabtausch des Bundesliga-Neunten gegen den - Zehnten. «Ich glaube, es wird ein tolles Endspiel», sagte Völler, der erst beim Bankett im «Stadtbad Oderbergerstraße» im Berliner Kultviertel Prenzlauer Berg «baden» gehen möchte.

Auch für die Bayer-Spieler ist die Bundesliga abgehakt. «Sie ist vorbei. Vor dem Erlebnis Finale noch darüber nachzudenken, wäre Kräfteverschleiß», meinte Nationaltorwart Adler. Ähnlich sieht es Simon Rolfes. «Man hat oft gesehen, dass eine schlechte Generalprobe nicht zu einer schlechten Premiere führen muss», meinte der Leverkusener Kapitän, der selbstbewusst anfügte: «Na klar, können wir die Bremer schlagen, weil wir eine gute Mannschaft sind.» Die schwankenden Leistungen beider Teams würden die Spannung noch forcieren. «Das macht es zumindest für das Pokal-Finale interessant. Wir sind immer für Überraschungen gut», sagte Rolfes.

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