Bayer-Chef Holzhäuser: «Lasse mich nicht blenden»
Leverkusen (dpa) - 27.05.2009, 11:12 Uhr
Wolfgang Holzhäuser spricht bei einer Pressekonferenz in Leverkusen.
Auch ein Erfolg im DFB-Pokalfinale kann nach Ansicht von Bayer 04 Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser das blamable Abschneiden in der Fußball-Bundesliga mit Platz neun nicht übertünchen. «Der Pokalsieg würde uns das Ziel, nämlich die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb, erreichen lassen. Es würde das Ganze etwas versöhnlicher machen», sagte der 59-Jährige in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Aber ich lasse mich davon nicht blenden.» Selbst wenn Bayer das Endspiel gewinnen würde, werde man die Saison analysieren und «Dinge verändern müssen, um auch in der Meisterschaft wieder erfolgreich zu werden». Nachdem seine Leverkusener Profis in der ersten Halbserie hervorragend gespielt und am 13. Spieltag noch auf Tabellenrang eins gestanden hätten, sei es in der Rückrunde «zum Teil desaströs» gewesen. Dass durch die Enttäuschung in der Bundesliga Zoff im Bayer- Haus entstanden sei und die Mannschaft zu Cheftrainer Bruno Labbadia ein gestörtes Verhältnis habe, will er nicht bestätigen. «Wieso dieser Eindruck in der Öffentlichkeit, oder besser bei den Medien, entstanden ist, verstehe ich nicht», sagte Holzhäuser. Natürlich sei die Situation bei einer Negativserie angespannter als im Erfolg. Trotz getrübter Stimmung wurde und werde jedoch miteinander geredet. «Ich denke nicht, dass man da von 'gestört' reden sollte.»
Vom zweiten Sieg im DFB-Pokal nach 1993 ist er «zutiefst» überzeugt. «Weil ich weiß, was die Mannschaft kann. Sie ist nicht von ungefähr die zweitstärkste Auswärtsmannschaft der Liga», betonte Holzhäuser. «Und ich glaube, dass Werder Bremen eine Mannschaft ist, die uns liegt.» Angst vor einer Niederlage und wieder als «Vizekusen» verspottet zu werden, hat er nicht. «Ob ich persönlich Angst davor habe? Mein Gott, nein, es ist nur ein Fußballspiel. Aber es wäre sehr schade», meinte Holzhäuser. Mit einem Erfolg ist auch der Einzug in die Europa League verbunden. «Wenn wir es nicht schaffen, wäre einiges sicher schwerer.» Zumal die Leverkusener im Sommer in der für 70 Millionen Euro modernisierten und umgebauten BayArena in die neue Saison und in eine erhofft bessere Zukunft starten wollen. Holzhäuser ist optimistisch: «Ganz sicher wird das neue Stadion motivieren. Da wird sicher Aufbruchstimmung bewirkt und die Mannschaft beflügelt.»
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