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Werders peinliche Generalprobe

24.05.2009, 14:25 Uhr

Werder-Trainer Thomas Schaaf hadert mit dem Spiel der Mannschaft.
Werder-Trainer Thomas Schaaf hadert mit dem Spiel der Mannschaft.

Wolfsburg (dpa) - Werder Bremen erlebte eine Generalprobe der peinlichen Art. Eine Woche vor dem DFB-Pokalfinale in Berlin gegen Bayer Leverkusen lagen die Bremer wie schon nach dem UEFA-Cup- Endspiel gegen Schachtjor Donezk am Boden.

Werder war vom deutschen Fußball-Meister VfL Wolfsburg vorgeführt und gedemütigt worden. Es sei bitter, «zum zweiten Mal in vier Tagen den Gegner so jubeln zu sehen», gab Kapitän Frank Baumann zu: «Das waren zwei Nackenschläge.»

Bekommt Werder jetzt einen Knacks vor dem letzten Saisonspiel gegen Leverkusen, bei dem es auch um den Einzug in die Europa League geht. «Nein», versicherte Trainer Thomas Schaaf, das müsse man nicht befürchten. Er spendierte seinen müden Spielern sogar zwei freie Tage und betonte: «Wir werden anfangen, das aufzuarbeiten.»

Schaaf hatte offensichtlich Mühe, seinen Ärger zu zügeln. «Bevor wir richtig auf dem Platz waren, stand es schon 0:3», klagte der Coach. Und: «Die Art und Weise, wie die Tore gefallen sind, ist zu einfach.» Den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung wies Schaaf ebenso zurück wie Sportdirektor Klaus Allofs. «Hier ist jeder in dieser Saison angetreten, jeder hatte die Möglichkeit, hier drei Punkte zu holen, aber keinem ist es gelungen», sagte Allofs. «Man kann nicht erwarten, dass Werder das regelt. Wir haben hier nichts hergeschenkt, sondern hatten unter den Folgen der letzten Tage und Wochen zu leiden. Die Anstrengungen haben Spuren hinterlassen.»

Auch Schaaf betonte, dass die die Niederlage «nichts mit Schonung für das Finale zu tun» habe. «Das war heute das 54. Pflichtspiel der Saison. Wir waren in den letzten Wochen alle drei Tage im Einsatz», sagte der Coach.

Eklatant waren vor allem die erneut aufgetretenen Schwächen in der Abwehr. In der derzeitigen Form ist Werder in Berlin selbst gegen die am Samstag in Cottbus 0:3 unterlegenen Leverkusener nur Außenseiter. Es droht nun der Tiefpunkt nach einer völlig verkorksten Bundesliga- Saison. Mit Platz zehn waren die Bremer so schlecht wie seit zehn Jahren nicht mehr. Verlieren sie nun nach dem UEFA-Cup-Endspiel auch noch das DFB-Pokalfinale, stehen sie mit leeren Händen da und sind in der kommenden Saison nicht international vertreten. Für die zuletzt so erfolgsverwöhnten Hanseaten, die fünfmal nacheinander in der Champions League spielten, wäre dies ein brutaler Absturz.


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