Düsseldorf (dpa) - 21.04.2009, 23:18 Uhr
Vidal, Kießling, Torschütze Charisteas und Haggui jubeln nach dem 1:0 für Bayer.
Bayer Leverkusen steht zum dritten Mal im DFB-Pokal-Finale und greift nach 16 Jahren erstmals wieder nach einem Titel. Die Bayer-Elf setzte sich trotz einer lange Zeit enttäuschenden Darbietung mit 4:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung gegen den Zweitligisten FSV Mainz 05 durch.
Die späten Tore von Angelos Charisteas (82. Minute), Arturo Vidal (92.), Simon Rolfes (104.) und Michal Kadlec (117.) verhinderten eine weitere Pleite für den erst am Ende überzeugenden viermaligen deutschen Vizemeister. Vor 35 000 Zuschauern in Düsseldorf hatte Aristide Bancé (89.) die Verlängerung erzwungen. Im Endspiel am 30. Mai in Berlin bekommt es der Pokalsieger von 1993 mit dem Sieger des Nord-Derbys zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen zu tun.
«Wir haben eine Riesen-Moral gezeigt», sagte Bayer-Trainer Bruno Labbadia, während die Fans in der LTU arena den Klassiker «Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin» anstimmten. «Es gibt keinen schöneren Moment, als dieses Finale zu spielen», sagte der eingewechselte Grieche Charisteas. «Leverkusen war einfach cleverer», meinte dagegen der Mainzer Trainer Jörn Andersen. Manager Christian Heidel erklärte nach einer innigen Umarmung mit Bayer-Sportdirektor Rudi Völler: «Natürlich sind wir enttäuscht. In der Verlängerung hat man die Hoffnung, dass man die Sensation doch noch schaffen kann.»
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Vom «wichtigsten Spiel der Saison» war im Editorial des Stadionheftes zu lesen. Für das Team von Trainer Bruno Labbadia ging es nach dem Bundesliga-Sinkflug um Alles oder Nichts und um die wohl letzte Chance auf die UEFA-Cup-Teilnahme in der kommenden Saison.
Doch der Zweitliga-Dritte aus Mainz füllte in seinem ersten Pokal-Halbfinale die Rolle als Fußball-David gekonnt aus und verpasste nach den Coups gegen den 1. FC Köln und den FC Schalke 04 nur knapp eine weitere Überraschung. Dabei war Leverkusen schwungvoll in den «Cup der letzten Hoffnung» gestartet. Renato Augusto gab nach drei Minuten einen Warnschuss ab, den Mainz-Schlussmann Dimo Wache aber problemlos parierte. Bayer setzte den klassentieferen Kontrahenten unter Druck - doch der Spielaufbau war zu schwerfällig, der letzte Pass zu ungenau.