Drei HSV-Trümpfe für Jol
Hamburg (dpa) - 04.03.2009, 13:44 Uhr
Ivica Olic (l) und Mladen Petric gehören zu den Trümpfen von HSV-Trainer Jol.
Für Martin Jol ist es die willkommene Qual der Wahl, für Hamburgs Sturmtrio ein undankbarer Konkurrenzkampf. In Mladen Petric, Ivica Olic und Paolo Guerrero rangeln beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV gleich drei Top-Stürmer um die beiden Angriffsplätze. Was bei den Betroffenen manchmal für Frust sorgt, könnte für den HSV der entscheidende Mosaikstein bei der Jagd auf den ersten Titel seit dem DFB-Pokalsieg 1987 sein. «Wir pushen uns gegenseitig», sagte Petric, der sich zuletzt über sein ungewohntes Reservistendasein beim 1:3 gegen den Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg beklagt hatte. «Ich war davon überrascht und auch enttäuscht.» Doch Jol hat gute Gründe, auch seinem Bundesliga-Topscorer mal eine Pause zu gönnen. Denn in dem Peruaner Guerrero und dem künftigen Bayern-Profi Olic stehen dem Niederländer gleichwertige Alternativen zur Verfügung. Bei kaum einem anderen Bundesligisten herrscht in der Offensive ein derartiges Gedrängel. Sehr zum Unmut des treffsicheren Trios lautet Jols Credo, dass die drei Angreifer «normalerweise» nicht gemeinsam auf dem Platz stehen können. «Ich bin natürlich der Meinung, dass wir auch alle drei gut zusammenspielen können», meint Petric. Sein «Rivale» Guerrero kann dem Wettstreit um die Gunst des Trainers sogar Positives abgewinnen: «Das macht uns noch stärker.»
Mit Verweis auf sein Arbeitsprotokoll kann vor allem das kroatische Duo für sich eine Startelf-Garantie beanspruchen: 17 Treffer standen wettbewerbsübergreifend für Olic vor dem Pokalviertelfinale gegen den SV Wehen-Wiesbaden zu Buche, 16 Mal traf Neuzugang Petric ins Schwarze. «Mladen und Ivica sind halt Vollblutstürmer, deren erster und zweiter Gedanke sind eigene Tore», lobte Guerrero seine Rivalen. Er sei da etwas «weniger egoistisch». Doch mit drei Treffern und zwei Vorlagen ist der 25- Jährige in der Rückrunde bislang der gefährlichste HSV-Akteur - und will sich nicht länger als Stürmer Nummer drei hintenanstellen: «Man muss sauer sein, wenn man nicht ran darf. Ich will in jedem Spiel von Beginn an dabei sein und mit dem HSV etwas erreichen.» Dies hat sich auch Olic für seine letzten Monate an der Elbe zum Ziel gesetzt. Vor seinem Engagement beim deutschen Rekordmeister Bayern München will sich der Dauerläufer mit einem Titel von den HSV- Fans verabschieden. «Mein Vertrag läuft noch bis zum Sommer, bis dahin werde ich mich zerreißen, damit der Club Erfolg hat», verspricht der Publikumsliebling, der den Hanseaten seinen 22- jährigen Landsmann Marijo Mandzukic von Dinamo Zagreb als möglichen Nachfolger empfohlen hat. Eventuell bedient sich Jol bei der künftigen Besetzung seines Sturmduos aber auch aus den eigenen Reihen. Sein Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer hat ihm vor Saisonbeginn jedenfalls wärmstens Guerrero ans Herz gelegt: «Er gehört für mich in Topform sogar zu den besten Angreifern Europas.»
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