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Nach Pokal-Aus Schalke vor Scherbenhaufen

Mainz (dpa) - 04.03.2009, 12:38 Uhr

Die Schalker Heiko Westermann (l) und Levan Kobiaschvilli trotten nach dem Spiel vom Platz.
Die Schalker Heiko Westermann (l) und Levan Kobiaschvilli trotten nach dem Spiel vom Platz.

Das Team ohne Charakter, Trainer und Manager ohne Einfluss und der Präsident mal wieder sprachlos: Nach dem peinlichen Pokal-K.o. beim Fußball-Zweitligisten FSV Mainz 05 steht der FC Schalke 04 vor dem Scherbenhaufen einer völlig verkorksten Saison.

Manager Andreas Müller wirkte nach dem neuerlichen Rückschlag dermaßen bedient, dass er ohne Not seinen Posten infrage stellte. «Entweder macht man mit Trainer und Sportdirektor weiter oder man zieht die Reißleine und macht nicht mehr weiter», sagte Müller dem Pay-TV-Sender «Premiere» nach dem 0:1 (0:0).

«Entweder man hat ein Bekenntnis zum Trainer und zum Manager oder man hat keines, aber dann muss man das auch so dokumentieren», erklärte der 46-Jährige weiter. «Ich denke, dass es halt Utopie ist, auf Schalke Ruhe zu bekommen.» Zumindest nicht, so lange die Gelsenkirchener weiterhin so durch die Saison stolpern.

Selbst die Brocken hinzuwerfen ist für die beiden Verantwortlichen aber trotz der Talfahrt anscheinend kein Thema. «Nein, das kenne ich nicht. Ich werde kämpfen», verkündete Rutten. Nach dem zum Teil sang- und klanglosen Ausscheiden aus Champions League und UEFA-Cup hatten die «Knappen» alle Hoffnungen auf den DFB-Pokal gerichtet. Aber die letzte Chance, sich vielleicht doch noch für den Europacup zu qualifizieren, verspielten die Königsblauen auf leichtfertige Art und Weise. «Enttäuscht ist zu harmlos. Ich bin schockiert», kommentierte Müller den blutleeren Auftritt seiner Mannschaft. «Das Aus ist natürlich eine Katastrophe», fügte Rutten nach dem erneuten Tiefschlag hinzu.

Club-Boss Josef Schnusenberg und Aufsichtsratschef Clemens Tönnies werden sich den Niedergang wohl nicht mehr lange anschauen. Schnusenberg verließ den Ort der Schmach am Dienstagabend kommentarlos. «Ich sage nichts. Auch morgen nicht», war seine einzige Aussage. Noch drei Tage zuvor hatte er im Anschluss an das schmeichelhafte 2:1 bei Eintracht Frankfurt offiziell die Wende ausgerufen und bereits wieder von der Champions League gefaselt.


Doch die in der Liga als Tabellen-Achter im Mittelfeld herumdümpelnde Mannschaft hat in dieser Zusammensetzung einfach nicht das Niveau, um an der Spitze mitzuspielen. «Vielleicht fehlt die Qualität», räumte Kapitän Marcelo Bordon ein. Der Brasilianer ist einer von vielen Spielern, die ihren Zenit bereits überschritten haben, aufgrund ihrer klangvollen Namen bei der Clubspitze aber immer noch unrealistische Ambitionen wecken. Gegen die clever agierenden Mainzer patzte Bordon beim entscheidenden Gegentor des Mainzer Stürmers Aristide Bancé wie der in die Jahre gekommene Mladen Krstajic.

Doch Bordon sah die Ursache nicht in der Szene zwei Minuten vor dem Schlusspfiff. «Wir müssen vorne einfach auch mal ein Tor machen», kritisierte der Spielführer. Wie so oft in der Saison blieb der Angriff des viermaligen Pokalsiegers aber ein laues Lüftchen. Kevin Kuranyi schoss in den ersten 45 Minuten nur einmal aufs Mainzer Tor, ehe ihn Rutten auswechselte. «Ich war mit ihm nicht zufrieden», erklärte der Niederländer. Inzwischen stehen die Zeichen bei Schalke und Kuranyi wieder auf Trennung. «Wir werden uns nach der Rückrunde zusammensetzen und dann mal sehen», sagte Müller zur Situation des ehemaligen Nationalstürmers, dessen Vertrag bis 2010 läuft.

Bei den siegreichen Mainzern war der Jubel hingegen grenzenlos. «Wer Schalke schlägt, kann auch ins Finale kommen», sagte Tim Hoogland nach dem Duell mit seinem Ex-Club. FSV-Coach Jörn Andersen war einfach nur «total happy», während Manager Christian Heidel besonders auf die finanzielle Dimension des Weiterkommens hinwies. «Das kann uns rund zwei Millionen Euro zusätzlich bringen und das wäre rund ein Zehntel unseres Etats.»

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