Schalke nach 4:1 gegen Jena im Aufwind
Jena (dpa) - 28.01.2009, 11:35 Uhr
Die Schalker Spieler feiern den Sieg in Jena.
Die zurückgewonnene Kaltschnäuzigkeit seines Stürmer-Duos Farfán/Kuranyi lässt den FC Schalke 04 nach dem Einzug ins DFB- Pokal-Viertelfinale nun auch auf bessere Bundesliga-Zeiten hoffen. «Ich habe immer an unsere Stürmer geglaubt, deswegen freuen mich ihre Treffer besonders. Ich bin zufrieden, wie wir unsere Chancen genutzt haben und als Team agiert haben», sagte Schalkes Fußball-Lehrer Fred Rutten nach dem 4:1-Achtelfinalerfolg beim Drittligisten FC Carl Zeiss Jena. Nach der von Misserfolg und Querelen geprägten Hinrunde soll das Ausschalten des «Pokalschrecks» dem gebeutelten Revier-Club nun Selbstvertrauen für die Rückserie und den erhofften Angriff auf die Bundesliga-Spitze geben. Als Erster soll Hannover 96 die neue, alte Stärke der «Königsblauen» zu spüren bekommen. «Wir haben gekämpft und stehen in der nächsten Runde, das hatte ich erwartet. Das gibt Selbstvertrauen für das nächste Spiel in Hannover», sagte Rutten mit Blick auf den Start der Bundesliga-Rückrunde. Vor allem die Effektivität bei der Chancenverwertung ließ den Niederländer nach der Erledigung der Pflichtaufgabe zufrieden dreinblicken. «Wir haben in der Winterpause versucht, daran zu arbeiten. Diese Arbeit trägt nun erste Früchte und soll weiter verbessert werden. Vier Tore wenn wir das jetzt jede Woche machen könnten», lachte Rutten, um dann aber zu relativieren: «Es ist zu kurzfristig, um das zu bewerten. Aber es gibt natürlich ein gutes Gefühl und den Stürmern Vertrauen für die nächsten Wochen.»
Vor allem Jefferson Farfán (19./66.) wies mit seinen zwei Toren bei drei Chancen eine fast makellose Bilanz auf. «Es war genau der richtige Start in die Rückserie», resümierte der Peruaner, der sich und seine Stürmerkollegen kritisch hinterfragte, aber gleichzeitig optimistisch nach vorne blickte: «In der Hinrunde hatten wir eine schlechte Phase, aber in diesem Spiel hat es nahezu optimal geklappt. Das gibt uns Mut für die Zukunft.» Auch der zuletzt verletzte und in der Hinrunde oft glücklose Ex-Nationalstürmer Kevin Kuranyi zog ein positives Fazit, obwohl «die Luft bei mir nur für rund 20 Minuten reicht. Heute hat es wirklich gut geklappt.» Souverän und ruhig vor dem Tor markierte er (92.) den 4:1-Endstand. Zuvor hatte Ivan Rakitic (71.) für die Vorentscheidung gesorgt. Ein Spaziergang war es für Schalke beim Vorjahres-Halbfinalisten, aber nicht. Vor 17 600 Zuschauern im Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld ließen die leidenschaftlich kämpfenden Thüringer, für die André Schembri (68.) zum 2:1 traf, gerade in den ersten 45 Minuten dem Favoriten kaum Raum zum Entfalten. «Ich bin enorm stolz auf meine Mannschaft, wir haben richtig guten Fußball gespielt», sagte Jenas Trainer René van Eck, der einst zusammen mit Rutten in der U21- Nationalmannschaft spielte. Schalke-Manager Müller sprach von einem «akzeptablen Ergebnis. Wir müssen uns aber weiterhin von Spiel zu Spiel steigern.» Er ärgerte sich aber über die Rote Karte von Gerald Asamoah (75./grobes Foulspiel). «Das hätte nicht sein müssen», sagte Müller. Auch Jena musste die Partie mit zehn Spielern beenden, weil Marco Riemer für seine Notbremse gegen den enteilten Kuranyi bestraft wurde (81.).
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