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Kahn will «geiles» Derby mit 10:9-Sieg

München (dpa) - 26.02.2008, 13:30 Uhr

Oliver Kahn gestikuliert zu den Fans.
Oliver Kahn gestikuliert zu den Fans.

Die «Löwen» würden die Pokal-Sensation wie den Aufstieg feiern, beim Rekordmeister hinge nach einer Pleite der Haussegen richtig schief - doch im Duell zwischen David und Goliath kann es mit Bayern München nur einen Sieger geben.

«Ich habe gehofft, dass wir gegen Sechzig kommen, um noch mal ein 'geiles' Spiel zu erleben», sagte Torwart Oliver Kahn und hat für das DFB-Pokal- Viertelfinale sogar schon sein Wunschergebnis parat: «Am besten Elfmeterschießen und dann 10:9 gewinnen.» Auf solch einen Nervenkitzel möchte Uli Hoeneß bei der 204. Auflage des Münchner Derbys verzichten. Und eine Niederlage würde er seiner Mannschaft nur schwer verzeihen. «Da gibt es keine Entschuldigung, wenn man gegen einen Zweitligisten im Pokal ausscheidet!»

Normalerweise hat der Zweitligist, dessen Mini-Etat von gut sechs Millionen Euro nicht einmal zehn Prozent der 80 Millionen Euro ausmacht, mit denen sich die Bayern mit Ribéry, Toni & Co. verstärkt haben, keine Chance. Auch deshalb schmerzt jede Derby-Enttäuschung, wie die letzte beim 1:1 im Januar, besonders. «Es ist ein kleiner Stachel, der immer noch tief steckt, und den wollen wir jetzt rausziehen», ließ Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld keinen Zweifel am Einzug ins Halbfinale zu. Taktisch richtete er sich schon mal auf ein «Abwehrbollwerk» ein, wenngleich er gegenüber Marco Kurz am Dienstag betonte: «Du darfst nicht nur verteidigen.»

Auf drei Hochzeiten, in Liga, Pokal und UEFA-Cup, tanzen die Bayern noch in dieser Saison. Die Sechziger, die ihrerseits noch im Aufstiegskampf in Liga zwei gut im Rennen sind, wollen den 13-fachen Cup-Gewinner mit allen Mitteln aus dem Takt bringen. «Wir werden rennen, wir werden kämpfen wie die Löwen. Das ist das Motto», verkündete der frühere Bayern-Spieler und heutige 1860-Manager Stefan Reuter. Vor dem «Gänsehaut»-Duell verriet er auch schon das Erfolgsrezept des «krassen Außenseiters». «Wir werden es nur mit Emotionen schaffen, mit Begeisterung und Leidenschaft», machte der Ex-Weltmeister die junge «Löwen»-Truppe heiß. «Wir müssen mit dem nötigen Mut zu Werke gehen und dürfen uns vor den Bayern nicht in die Hose machen.»

Zum 204. Mal treffen die beiden Traditionsclubs aufeinander, das erste Mal gab es Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Am 21. September 1902 gewannen die «Roten», also der FC Bayern, 3:0. Insgesamt gab es 104 Siege für die großen Münchner, 49 für die kleinen und 50 Unentschieden. Die Freundschaftsspiele der jüngeren Vergangenheit aber bestimmte der TSV 1860 mit drei Siegen und einem Remis, zuletzt eben das im Januar. Jetzt ist für Hoeneß Schluss mit lustig: «Es gibt keine Ausreden, dass es ein Freundschaftsspiel ist, es geht um was. Diesmal geht es richtig um ernste Geschichten.» Das letzte Pokal-Derby gab es im Mai 1967 beim 3:1 für die Bayern - damals stand 1860 zum letzten Mal in einem Halbfinale.

München ist seit der DFB-Pokal-Auslosung in rot und blau geteilt, das Derby bestimmt seit Wochen die Schlachtrufe der Fans in der Allianz Arena, in dem die Bayern am Mittwoch bei verstärkten Sicherheitsvorkehrungen Gastgeber für ihren Mieter 1860 sind. «Für mich und die meisten Spieler ist es was Besonders», sagte Hitzfeld. Wenngleich einige seiner Starkicker vor Wochen vielleicht nicht einmal von der Existenz des Nachbarn, dessen Geschäftsstelle einen Kilometer von der der Bayern entfernt ist, wussten. «Den neuen Spielern wie Franck Ribéry, Luca Toni muss man noch Nachhilfe geben, was es bedeutet, gegen 1860 zu spielen im Derby.» Einfacher hat es da Kurz: «Unsere Spieler aus Bayern leben das von Kindheit auf.»


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