Wuppertaler Fan-Karawane zum «Jahrhundertspiel»

München (dpa) - 28.01.2008, 13:35 Uhr
Wuppertaler Fan-Karawane zum «Jahrhundertspiel»
Der Wuppertaler SV besiegte Hertha BSC in der 2. Runde des DFB-Pokals mit 2:0.

Für die Profis des Wuppertaler SV Borussia ist es das «Jahrhundertspiel», für den großen FC Bayern München nur ein kleiner Schritt zu einem von drei möglichen Titeln.

Wie die Kinder freuen sich die Kicker des Tabellenführers der Regionalliga Nord auf das Kräftemessen mit dem deutschen Rekordmeister im DFB-Pokal-Achtelfinale, das der bergische Traditionsclub wegen des riesigen Zuschauer-Interesses in die Gelsenkirchener Veltins-Arena verlegte. «Das ist ein Highlight», sagte Mittelfeldspieler und Routinier Mike Rietpietsch vor der Partie in der mit 61 482 Fans voll besetzten Schalke-Heimstätte.

Im Gegensatz zur klar favorisierten Elf von Trainer Ottmar Hitzfeld war für den WSV schon der Einzug in die dritte Runde der größte Erfolg im Pokal seit 1963. Vor 45 Jahren erreichte der ehemalige Bundesligist das Halbfinale, unterlag aber dem Hamburger SV 0:1. Danach war für Wuppertal stets spätestens in der zweite Runde Schluss in dem Wettbewerb. Kein Wunder, dass WSV-Präsident Friedhelm Runge, dessen persönlicher Berater Schalkes Ex-Manager Rudi Assauer ist, die Begegnung als «Jahrhundertspiel» bezeichnete. «Die Euphorie ist auf unserer Seite», sagte Runge optimistisch. «Alle wissen, worum es geht. Ein Sieg bringt viel Selbstvertrauen.»

Rund 30 000 Fans wollen mit dem Auto in einer Fan-Karawane über die A 43, A 42 und A 2 die etwa 60 Kilometer nach Gelsenkirchen fahren. Zudem sind mehr als 100 Busse gechartert, die Deutsche Bahn setzt fünf Sonderzüge ein. Doch speziell die unglaubliche Vorfreude, die große Erwartungshaltung und die ungewohnte Atmosphäre könnten laut Rietpietsch für den WSV zum Problem werden. «Für einige von uns ist es Neuland, vor mehr als 60 000 Fans zu spielen. Den Effekt darf man nicht unterschätzen. Ich bin froh, wenn alles vorbei ist.»

Um sein Team an den Anblick zu gewöhnen, steckte WSV-Trainer Wolfgang Jerat im Trainingsspielchen sogar eine Hälfte in Bayern-Trikots. «Damit die Jungs ein Gefühl für den Gegner bekommen. Eigentlich haben wir gegen die Bayern keine Chance, wollen uns aber gut präsentieren», sagte Jerat. «Absolute Priorität» aber genieße für den Verein der angestrebte Aufstieg in die 2. Liga.

Auch die Münchner richten ihr Hauptaugenmerk mehr auf die Meisterschaft und den UEFA-Cup. «Ich bin überzeugt, dass wir Meister werden. Alles andere ist Zubrot», sagte Torjäger Miroslav Klose dem «kicker». Dennoch ist die Pokalpartie ein interessanter Aufgalopp zur Triple-Jagd. «Drei Titel zum Abschied - das kann man meinem Nachfolger Jürgen Klinsmann doch wirklich nicht wünschen, oder?», fragte Trainer Ottmar Hitzfeld, der München im Sommer verlässt. Lukas Podolski (Rückenprobleme) und Marcell Jansen (Reha) fehlen, Bastian Schweinsteiger und Andreas Ottl sind fraglich. Dass das Starensemble sich auch mit Blick auf die restliche Saison keinen Ausrutscher erlauben darf, steht für Manager Uli Hoeneß außer Frage: «Ganz klar, wir erwarten einen Sieg.»

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