Werder schießt sich locker ins Achtelfinale
Bremen (dpa) - 01.11.2007, 12:16 Uhr
Bremer Jubel mit dem Torschützen zum 4:0, John Jairo Mosquera (3.v.l.).
Der Mann der leisen Töne wurde laut. Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf musste seinen Mannen erst die Leviten lesen, ehe sie spurten und sich mit vier Toren in der zweiten Halbzeit zum 4:0 (0:0) über den MSV Duisburg in das Achtelfinale des DFB-Pokals schossen. «Thomas musste schon etwas lauter werden», umschrieb Geschäftsführer Klaus Allofs das Klima in der Kabine zur Halbzeit moderat. Tim Wiese bestätigte dies: «Er hat uns seine Vorstellungen deutlich gemacht.» Der Torhüter durfte sich in der Kritik eigentlich nicht angesprochen fühlen, denn er hatte einen so geruhsamen Abend verlebt wie selten einmal in dieser Saison. «Wir haben keinen Weg gefunden, um durchzukommen, und sind immer wieder gegen die Wand gelaufen», kritisierte Schaaf den emotions- und ideenlosen Auftritt vor der Pause seiner nach der Verletzung von Mittelfeldmotor Torsten Frings erneut umformierten Elf.
Der lange verletzte Nationalspieler Tim Borowski sorgte mit dem Führungstor - seinem ersten Saisontreffer - nach 59 Minuten dann dafür, dass das Bremer Offensivspiel gegen die immer schwächer werdenden «Zebras» endgültig auf Touren kam. Hugo Almeida (68.), Markus Rosenberg (79.) und John Mosquera (87.) versöhnten mit ihren Toren dann Schaaf und die 24 279 Zuschauer, die nach dem neuerlichen Torfestival zufrieden nach Hause zogen. Mosquera war sogar überglücklich: «Als der Ball über die Linie ging, hatte ich alle in meinem Kopf: meine Familie, meine Freunde, Gott, die Kollegen. Es war ein unheimlich schöner Moment», gestand der 19 Jahre alte Kolumbianer nach seinem Traumeinstand bei Werders Profis. Verständlich: Anfang Juli war Mosquera im Probetraining beim Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena im niedersächsischen Wesendorf zusammengebrochen. |