Bielefeld stoppt Talfahrt - Middendorp atmet durch
Koblenz (dpa) - 01.11.2007, 13:34 Uhr
Die Spieler von Arminia Bielefeld feiern den Sieg in Koblenz.
Nach dem glücklichen Einzug in das Achtelfinale des DFB-Pokals atmete Arminia Bielefelds Trainer Ernst Middendorp tief durch, dann blies er zur verbalen Attacke auf seine Kritiker. «Die Mannschaft hat außerordentlichen Charakter gezeigt, der ihr ja oft abgesprochen worden ist. Sie hat sich als Team präsentiert. Und ich bin ein Part dieses Teams, was vielfach bezweifelt wird», sagte Middendorp nach dem 2:1-Sieg in der Verlängerung beim Zweitligisten TuS Koblenz. Der erste Pflichtspielsieg seit dem 15. September (4:2 gegen Hansa Rostock) tat Mannschaft und Trainer sichtlich gut. «Seit langem sind alle mal wieder glücklich», befand Abwehrspieler Tobias Rau. Und Torhüter Matthias Hain stellte fest: «Das war ein Sieg der Moral. Kompliment an die Mannschaft. Wie die Truppe aufgetreten ist, war beeindruckend.»
Der nach zuvor sechs sieglosen Bundesliga-Spielen in die Kritik geratene Middendorp fühlte sich nach der Partie in seinem Job sicherer als zuvor und verstieg sich in völliger Verkennung der Gesetzmäßigkeiten des Profifußballs zu der Aussage: «Wie lange ich Coach in Bielefeld bin, entscheide ich.» Geschäftsführer Reinhard Saftig wollte sich zu dem Thema nicht äußern: «Dazu gebe ich keinen Kommentar.» Allerdings stand der Erfolg in Koblenz auf des Messers Schneide. Beim Stande von 1:1, das Matej Mavric (39.) erzielt hatte, traf der Ex-Bielefelder Fatmir Vata mit einem Freistoß in der 105. Minute nur die Latte. «Das Glück haben wir uns verdient», stellte Middendorp fest. Immerhin war ihm nicht entgangen, dass seine Mannschaft phasenweise enorm unter Druck stand und spielerisch viele Wünsche offen ließ. Matchwinner Eigler räumte dann auch selbstkritisch ein: «Wir dürfen den Sieg nicht überbewerten. Wir haben gegen einen nicht überragenden Zweitligisten gespielt, da müssen wir eigentlich souveräner auftreten.»
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