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Blamable Pokalpleite für Nürnberg in Jena

Jena (dpa) - 01.11.2007, 12:29 Uhr

Tobias Werner (r) aus Jena kommt an Nürnbergs Dominik Reinhardt nicht vorbei.
Tobias Werner (r) aus Jena kommt an Nürnbergs Dominik Reinhardt nicht vorbei.
 
 

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Nach der Blamage schlichen die Pokal-Helden von einst wie begossene Pudel vom Rasen und verkrochen sich kommentarlos im Mannschaftsbus.

Mit der 6:7-Niederlage nach Elfmeterschießen beim Zweitliga-Vorletzten FC Carl Zeiss Jena erreichte die sportliche Talfahrt bei Cup-Verteidiger 1. FC Nürnberg fast auf den Tag genau fünf Monate nach dem Triumph in Berlin ihren vorläufigen Tiefpunkt. Dennoch bemühte sich Trainer Hans Meyer, das Ausscheiden klein zu reden: «Wenn wir das Endspiel verloren hätten, wäre der Ärger noch viel größer. Wir haben jetzt zwei, drei Tage richtigen Frust. Doch dann gehen wir zur Tagesordnung über», sagte der «Club»-Coach, dessen Trainerlaufbahn vor 36 Jahren in Jena begann.

Ganz so einfach dürfte sich die Normalität in Nürnberg nach der blamablen Leistung jedoch nicht wieder einstellen. Zwei Mal hatten die Franken durch Zvjezdan Misimovic und Joshua Kennedy in Führung gelegen und nach der Gelb-Roten Karte für Jenas Sandor Torghelle in der 68. Minute sogar fast eine Stunde in Überzahl gespielt. Doch statt mit Ruhe, Übersicht und Cleverness die Pokalhürde zu überspringen, geriet der «Club» gegen die krisengeschüttelten Thüringer immer stärker unter Druck. «Die Niederlage gegen einen Zweitligisten ist keine Sensation. Mich drückt aber, dass wir so wenig Souveränität gezeigt haben», schimpfte Meyer sichtlich angefressen an seiner alten Wirkungsstätte.

 

Den keinesfalls brillant aufspielenden Jenaern reichte allein ihre Kampfkraft, um den UEFA-Pokal-Teilnehmer zu bezwingen. Und das war die eigentliche Überraschung des Pokal-Abends. «Selbst in Unterzahl hatten wir Nürnberg im Griff», bilanzierte Jenas Niels Hansen treffend, nachdem die Gastgeber durch Treffer von Torghelle und Robert Müller zwei Mal ausgeglichen hatten. Im Elfmeterschießen erwiesen sich die Thüringer als nervenstärker, trafen bei fünf Versuchen fünf Mal. Nürnbergs Pokal-Held Daniel Klewer, der in der vergangenen Saison noch Schlagzeilen machte, fehlte diesmal das Glück, als Müllers Schuss unter seinem Körper ins Tor rutschte. Und «Club»-Abwehrspieler Dominik Reinhardt verschoss als einziger.

Von einer Krise der Nürnberger, die in der Bundesliga momentan nur die Tordifferenz von einem Abstiegsplatz trennt, wollen die Verantwortlichen allerdings weiterhin nichts wissen. «Die Mannschaft hat genügend Charakter und Substanz. Wir werden uns schon bald wieder in Gegenden bewegen, wo die Sonne mehr scheint», erklärte Meyer.


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