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KSC-Keeper Kornetzky: «Nur meinen Job machen»

Karlsruhe (dpa) - 30.10.2007, 09:51 Uhr

Jean-Francois Kornetzky steht im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg im Tor.
Jean-Francois Kornetzky steht im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg im Tor.

Torhüter Jean-Francois Kornetzky vom Karlsruher SC steht nach dem Kreuzbandriss von Markus Miller beim Bundesliga-Aufsteiger zwischen den Pfosten und damit unverhofft im Blickpunkt.

Sein Markenzeichen ist sein ausgeprägtes Kinn, sein Spitzname lautet «Jeff» und er spricht Deutsch mit diesem charmanten französischen Akzent: Bisher hat das im deutschen Profi-Fußball niemanden groß interessiert, doch jetzt kann und will sich Kornetzky einen Namen machen. «Ich trainiere jede Woche genau für diesen Fall. Ich muss jetzt ganz einfach nur meinen Job machen. Und ich hoffe, ich mache ihn so gut wie Michael Rensing beim FC Bayern», sagte der 25-jährige Elsässer.

Seine erste Trainingseinheit als Nummer eins absolvierte Kornetzky unter Flutlicht, und sein Mitspieler Massimilian Porcello schlug eine Flanke nach der anderen, damit sich der Neue an die Bedingungen für die DFB-Pokal-Partie einstellt. Der Keeper, der 2004 von SR Colmar in den Wildpark kam, wirkte trotz der ungewohnten Situation gelassen. «Der pinkelt Eiswürfel, so cool ist der», sagte Abwehrspieler Maik Franz. Nur drei Zweitliga-Spiele hat Kornetzky aufzuweisen, in der Bundesliga war er noch nie am Ball.

Zuspruch bekommt der Profi nicht nur von seiner brasilianischen Frau Ines und vom KSC-Betreuerteam, sondern auch von Miller. «Ich habe überhaupt keine Bedenken, dass er seine Sache gut machen wird. Er ist ein genauso ehrgeiziger Typ wie ich», sagte der Unglücksrabe, der mindestens ein halbes Jahr ausfällt. Kornetzky genießt auch das volle Vertrauen von Trainer Edmund Becker, doch er weiß: Wenn er nicht gut hält, wird sich der KSC in der Winterpause nach einem neuen Torhüter umschauen. «Es ist unglaublich schade für den Markus, er hat so super gehalten. Jetzt muss ich halt Gas geben, um das weiterzuführen, was er angefangen hat.»

Die beiden Kollegen verbindet ein herzliches Verhältnis. Als Ritual bringt der bisherige Ersatzkeeper zum gemeinsamen Kaffeetrinken immer spezielle Schokoladenkekse mit. Kornetzky hatte an seiner Rolle wenig zu knabbern, da die Verhältnisse klar waren: Als der Franzose im vergangenen Jahr zum Einsatz kam, sagte KSC-Coach Becker klipp und klar: «Der Jeff kann noch so viele Unhaltbare halten: Markus Miller ist meine Nummer eins.» Kornetzky galt lange als einer, der nie pünktlich war und deshalb regelmäßig in die Mannschaftskasse einzahlen musste. Das hat er in diesem Jahr abgestellt. Auf dem Platz wäre es verheerend, wenn es hieße: Kornetzky kam zu spät.


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