Arbeiter Kahn rettet Bayern-Künstler
Burghausen (dpa) - 07.08.2007, 14:14 Uhr
Bayern-Keeper Oliver Kahn (l) lässt sich von seinen Mitspielern feiern.
Die Millionen-Stars tricksten ohne Erfolg, und am Ende musste Arbeiter Oliver Kahn seine Künstler vor der Blamage bewahren. Hacke hier, Dribbling da - doch im Torabschluss blieben Franck Ribéry & Co. blass. «Manchmal war mir das Spiel zu schön. Gerade in den entscheidenden Phasen waren mir das zu viele Kombinationen. Das sieht alles fantastisch aus, aber das ist nicht zielstrebig genug gewesen und deshalb hätten wir fast verloren», mäkelte der 38-jährige Kahn, der den FC Bayern München im Elfmeter-Krimi beim 4:3 (1:1 n.V.) gegen Regionalligist Wacker Burghausen in die zweite Runde des DFB-Pokals rettete. 120 Minuten lang hatten die Münchner einen unterhaltsamen und am Ende mitreißenden Pokalfight beherrscht, doch beinahe wären sie über ihre fahrlässige Chancenverwertung und einen überragenden Burghauser Torwart-Bubi namens Manuel Riemann gestolpert. Der 18-Jährige war irgendwie immer da, wo der Ball hinkam, und wurde fast zum Pokalhelden, wenn ihm sein Jugend-Idol Oliver Kahn nicht zuvorgekommen wäre. «Lange musste ich von hinten mit ansehen, wie eine Chance nach der anderen nicht rein ging. Irgendwann fängt man dann an zu verzweifeln. Aber das darf man nicht zulassen», sagte der Bayern-Kapitän, der durch seine zwei Elfmeter-Paraden den Hauch der Erinnerung an den Champions-League-Triumph von 2001 wach werden ließ und sich in seiner Abschiedssaison die Chance auf drei Titel erhielt.
Nicht nur der im Spiel nahezu beschäftigungslose Kahn raufte sich angesichts des Chancen-Auslassens im sehenswerten, aber mit vielen Schnörkeln behafteten Bayern-Spiel die Haare, auch Trainer Ottmar Hitzfeld hatte sich mehr Killerinstinkt vor dem Tor gewünscht. «Bis zum Strafraum hat das gut ausgesehen. In der Chancenauswertung haben wir aber gesündigt», kritisierte der 58-Jährige. Sein Dank galt dem Kapitän: «Er war der letzte Rettungsanker.» Miroslav Klose, der in der 79. Minute das 0:1 durch Thomas Neubert (62.) ausglich, war als einzige Spitze zu sehr auf sich allein gestellt. Luca Toni, Lukas Podolski und Jan Schlaudraff sind zum Teil noch lange nicht wieder fit. «Man braucht halt doch gute Stürmer, um die Tore zu machen», sagte Hitzfeld, der in größter Not sogar den Abwehrriesen Daniel van Buyten kurz vor Spielende für den Angriff einwechselte. |