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St. Pauli schaltet Bayer Leverkusen aus

Hamburg (dpa) - 04.08.2007, 21:58 Uhr

Der Hamburger Fabian Boll (m, in braunI macht den 1:0-Siegtreffer für den FC St. Pauli.
Der Hamburger Fabian Boll (m, in braunI macht den 1:0-Siegtreffer für den FC St. Pauli.

Favoritenschreck FC St. Pauli hat den Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen ausgeschaltetet und in der ersten Runde des DFB-Pokals für eine große Überraschung gesorgt.

Für die zweikampfstarken Hamburger war Fabian Boll in der 87. Minute zum 1:0 (0:0) erfolgreich. Der UEFA-Cup-Teilnehmer tat sich im mit 14 908 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Millerntor-Stadion über die gesamte Spielzeit schwer und schied völlig verdient aus. «Riesenkompliment an meine Jungs, die gegen diese Topmannschaft mit Nationalspielern super gefightet haben», sagte André Trulsen nach seiner Premiere als St.-Pauli-Trainer.

Ziemlich genervt gab sich Bayer-Coach Michael Skibbe, der den Ausgang des Spiels aber nicht als Überraschung werten wollte: «Die Qualität von St. Pauli ist unbestritten, das macht auch den Reiz des Pokals aus.» Seinen Profis machte er den Vorwurf, zu fahrlässig mit den wenigen Torchancen umgegangen zu sein. «Der letzte Pass muss konsequenter gespielt werden.» Sportdirektor Rudi Völlig war enttäuscht, wollte den Ausgang aber nicht als Blamage werten: «Es war ein offenes, tolles Spiel gegen einen Zweitligisten.»

Mit 1100 Schlachtenbummlern im Rücken, aber ohne den chilenischen Neuzugang Arturo Vidal (Trainingsrückstand) und die angeschlagenen Paul Freier, Lukas Sinkiewicz, Sergej Barbarez sowie Carsten Ramelow trat die Werkself auf der Baustelle Millerntor an. Wegen des Umbaus des maroden Stadions klafft eine Riesenlücke vor der ehemaligen Südtribüne, die bis zum Winter fertig gestellt sein soll. Der Verein musste Einnahmeverluste hinnehmen. Die Teilnahme an der ersten Pokalrunde brachte immerhin schon 54 000 Euro ein. Entschuldet hat sich der lange Zeit klamme Kiez-Club in der Pokalrunde 2005/2006, als man Burghausen, Bochum, Berlin und Bremen schlug und gegen Bayern München erst im Halbfinale ausschied.

Von dem Kampfgeist der legendären Pokalspiele zeigte der Zweitliga-Aufsteiger besonders in den ersten 45 Minuten Ansätze, auch wenn Alexander Ludwig, Morike Sako, Abdou Sall, Florian Lechner (alle verletzt) und Kapitän Fabio Morena (gesperrt) fehlten. Bereits nach vier Minuten hätte der Gastgeber durch Fabian Boll in Führung gehen können, doch der Kopfball verfehlte das Gehäuse von Bayer-Keeper René Adler. Leverkusen hatte seine ersten Möglichkeiten durch Stefan Kießling (21.) und Theofanis Gekas (28.), Kapitän Bernd Schneider (47.) zielte sogar nur Zentimeter am Tor von Patrik Borger vorbei. Der Keeper war zur Stelle, als Kießling nach einer guten Vorlage von Schneider scheiterte. Kurz vor Schluss traf Boll.


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