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Hildebrand-Abschied blieb ohne Happy End

Berlin (dpa) - 27.05.2007, 13:42 Uhr

Stuttgarts Torwart Timo Hildebrand geht nach der Medaillenübergabe über den Platz.
Stuttgarts Torwart Timo Hildebrand geht nach der Medaillenübergabe über den Platz.

Bei seinen letzten Interviews im Stuttgarter Trikot verdüsterte sich noch einmal die Miene des zuletzt so gelassenen Timo Hildebrand: Einen Fehler wollte sich der Torwart des VfB Stuttgart beim Siegtreffer des 1. FC Nürnberg im DFB-Pokalfinale nicht nachsagen lassen.

«Der Sonntagsschuss war nicht haltbar. Das ist egal, wo man steht bei dem Schuss», bügelte er Vorhaltungen ab, er habe beim 3:2 des Dänen Jan Kristiansen in der 109. Minute zu weit vor seinem Tor gestanden. «Den Ball trifft der nur einmal in seinem Leben so», sagte Torjäger Mario Gomez und verteidigte seinen Keeper ebenso wie Teammanager Horst Heldt: «Timo hat klasse gespielt und kann an allen Toren nichts machen.»

Hildebrands kurzer Ärger über kritische Nachfragen wich jedoch schnell dem Gedanken, dass eine Ära im Stuttgarter Tor zu Ende ging. «Ich denke, er wird uns vermissen. Wir ihn natürlich auch», sagte Heldt über Hildebrand, der nach 221 Bundesliga-Spielen und fast acht Jahren ein neues Kapitel seiner Torhüter-Laufbahn aufschlägt. «Ist mir noch nicht so bewusst, dass jetzt Schluss ist», sagte der 28-jährige Keeper. «Ich bin einfach nur glücklich, das erlebt zu haben mit dem VfB: Zwei Finals zu spielen und einen Titel zu holen.» Eine Woche nach seinem ersten Meistertitel ging auch für den Nationaltorwart die Fußball-Welt nach dem verpassten Double nicht unter.

Stattdessen sparte Hildebrand nicht mit Lob für das fast 90 Minuten in Unterzahl spielende VfB-Team: «Ich bin stolz auf die ganze Mannschaft. Was sie in Unterzahl geleistet hat, war sensationell. Wir haben einen Super-Fight abgeliefert.» Wohin der Weg des gebürtigen Hessen führen wird, dazu sagte er nach seinem letzten Saisonspiel nichts anderes als in den Monaten zuvor. Dies bekannt zu geben, sei Sache des neuen Vereins und so auch ausgemacht. Als wahrscheinliche Variante gilt nach wie vor der spanische Erstligist FC Valencia.

«Seinem» VfB sagt er eine erfolgreiche Zukunft voraus. «Davon bin ich überzeugt, weil die Jungs wieder eine Super-Moral gezeigt haben. Wenn Super-Charaktere in die Mannschaft kommen, dann traue ich der Mannschaft wieder alles zu.» Mit seinem Nachfolger Raphael Schäfer, der als Pokalsieger vom «Club» an den Neckar wechselt, plauderte Hildebrand angeregt nach dem Schlusspfiff und vor der Siegerehrung: «Raphael hat mir Glück gewünscht, ich ihm auch. Ich hoffe, dass er eine gute Zeit hat beim VfB.»


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