Abschied für Holl: Frankfurt nun Rekord-Pokalsieger
Berlin (dpa) - 27.05.2007, 11:34 Uhr
Ursula Holl jubelt mit der Mannschaft und dem Pokal nach dem Sieg in Berlin.
Erst wurde sie von ihren Mitspielerinnen fast erdrückt, dann peitschte sie bei der Pokal-Übergabe die Siegesgesänge an: Ersatz-Torhüterin Uschi Holl hat im Berliner Olympiastadion die Sternstunde ihrer Karriere erlebt. Zwei Mal flog die 24 Jahre alte Frankfurterin beim Elfmeterschießen im DFB-Pokalfinale gegen den FCR Duisburg in die richtige Ecke. «Das war natürlich ein Riesengefühl, die zwei Dinger zu halten», schilderte die Keeperin nach ihrem spektakulären Auftritt ihre Glücksgefühle. 4:1 gewann der 1. FFC Frankfurt damit das Elfmeterschießen, nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 gestanden. Vergessen war damit der Frust der drei Niederlagen gegen Turbine Potsdam in den vergangenen Jahren: Mit dem sechsten Triumph sind die Frankfurterinnen nun der alleinige Rekord-Pokalsieger und peilen am 3. Juni in Bad Neuenahr mit dem Gewinn der Meisterschaft auch das fünfte Double an.
Für Uschi Holl geht es dann gegen ihr künftiges Team. Schon seit Saisonmitte steht fest, dass sie nach Neuenahr wechseln wird. «Einen besseren Abschied aus Frankfurt kann man sich gar nicht vorstellen. Es ist einfach wunderbar. Das nimmt mir auch ein bisschen die Wehmut», meinte die als Stimmungskanone bekannte Torfrau. Seit Silke Rottenbergs Verpflichtung war sie nur noch die Nummer 2 und durfte in Berlin nur wegen einer Verletzung der Auswahlkeeperin ins Tor. «Mein Ziel bleibt die WM in China. Das schaffe ich nur mit Spielpraxis und nicht, wenn ich auf der Bank sitze», so die ehrgeizige Bankkauffrau. Bei heftigen Gewittergüssen und Donner-Krachern des Sturmtiefs «Lothar» hatte sie bereits vor dem Elfmeterkrimi ihr Team mit Glanzparaden gegen die einschussbereite Inka Grings (48./88.) vor einer Pokalpleite bewahrt. Gleich zum Auftakt hatte Spielführerin Renate Lingor (3./Foulelfmeter) Frankfurts Führung besorgt (3.). Die durch mehrere Verletzungsausfälle arg gehandicapten Duisburgerinnen glichen durch Sonja Fuss (45.+1)überraschend aus, erarbeiteten sich dann gegen den Favoriten Feldvorteile und waren der Überraschung nah. |