Mit einem Treffen ihres Exekutivkomitees startet die FIFA in Zürich einen mehrtägigen Sitzungsmarathon, an dessen Ende sich Joseph Blatter erneut zum Präsidenten des Fußball-Weltverbandes wählen lassen will.
Der deutsche Spitzenfunktionär Gerhard Mayer-Vorfelder wird am Pfingstwochenende nach insgesamt elf Jahren hingegen aus der FIFA-Exekutive ausscheiden. Am 31. Mai rückt stattdessen Franz Beckenbauer für ihn in das Gremium auf. «Es kommen einige neue Aufgaben auf mich zu», sagte der «Fußball-Kaiser», der sich in der so genannten Fußball-Weltregierung um die internationalen Beziehungen kümmern soll.
Blatters erneute Wiederwahl zum Abschluss des FIFA-Kongresses gilt als absolut sicher. Für UEFA-Präsident Michel Platini schlägt die erste große Stunde seiner bislang viermonatigen Amtszeit derweil schon am Pfingstmontag. Mit mehreren Satzungsänderungen will der Franzose bei einem Außerordentlichen Kongress die Weichen für die Zukunft stellen und den Verwaltungsapparat der Europäischen Fußball-Union (UEFA) reformieren, um nach Blatters Vorbild seine Macht zu manifestieren. Zu diesem Zweck soll die Anzahl der Kommissionen und der Mitglieder im Exekutivkomitee, dem Mayer-Vorfelder als Vize-Präsident bis 2009 weiterhin angehört, vergrößert werden. Der neue Generalsekretär David Taylor (Schottland) wird im Vergleich zu seinem schwedischen Vorgänger Lars-Christer Olsson weniger Befugnisse haben.
Kurz vor der Sommerpause wird Zürich für fünf Tage zur Hauptstadt der Fußball-Funktionäre. Neben FIFA- und UEFA-Kongress steht auch die offizielle Einweihung der neuen, knapp 150 Millionen Euro teuren, FIFA-Zentrale «Home of FIFA» an. In dem in einer pittoreske Hügellandschaft eingebetteten modernen Würfelbau mit acht Stockwerken arbeiten die 210 Angestellten des Weltverbandes bereits seit knapp einem Jahr.