1.FFC Frankfurt will Pokal-Rekord
Berlin (dpa) - 25.05.2007, 13:59 Uhr
Hans-Jürgen Tritschoks bei einer Pressekonferenz 2004.
Nach drei Jahren Pokal-Frust wollen die Fußballerinnen des 1.FFC Frankfurt wieder Pokal-Lust verspüren und sich in den Annalen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) als Rekordgewinner verewigen. Spielverderber beim möglichen sechsten Triumph der Hessinnen im neunten Finale in Serie möchte der FCR 2001 Duisburg sein. «Unser Ziel ist ein Titel. Es ist nur ein Spiel, da können wir gewinnen», sagte Duisburgs Trainer Thomas Obliers und will Frankfurt mit mutiger Taktik überraschen. «Überheblich dürfen wir nicht sein, noch haben wir nichts erreicht. Aber wir sind selbstbewusst genug, zu sagen: Wir holen den Pott», hielt FFC-Coach Hans-Jürgen Tritschoks dagegen. Die Duisburger Delegation verpasste die obligatorische Pressekonferenz in der Berliner City. Sie steckte im Verkehr fest. «Wenn wir morgen auch die Ersten sind, hätte ich nichts dagegen», kommentierte Tritschoks den FCR-Lapsus süffisant. Kampflos wollen sich die Duisburgerinnen nicht geschlagen geben. Die nötigen Tore zum zweiten Pokaltriumph nach 1998 werden von Inka Grings erwartet. Für die 28 Jahre alte Stürmerin soll das Berliner Olympiastadion die Bühne werden für die angestrebte Rückkehr ins Nationalteam. «Es ist mein Traum, bei der WM in China dabei zu sein», sagte die mit 22 Treffern bisher erfolgreichste Torschützin der Bundesliga, die ihr letztes Länderspiel am 20. Oktober 2005 bestritt. «Meine Leistung stimmt wieder», meinte Grings.
Grings flößt den Frankfurter Abwehrspielerinnen wenig Angst ein. «Wir sind bisher mit ihr immer gut zurecht gekommen», erklärte Tina Wunderlich. Die Ergebnisse der Bundesliga bestätigen die Innenverteidigerin. Mit 6:1 und 3:0 distanzierte der noch ungeschlagene FFC den in dieser Saison härtesten Konkurrenten um die Meisterschaft. Nach der Duisburger 0:1-Niederlage gegen Turbine Potsdam ist der sechste Frankfurter Meistertitel bei fünf Punkten Vorsprung und zwei ausstehenden Partien nur noch Formsache. Um den Reiz am Siegen zu erhöhen, hat Frankfurts Manager Siegfried Dietrich für das Double eine großzügige Extraprämie ausgelobt. Bereits zwei Mal (1999, 2003) trafen sich die Clubs im Finale, beide Male reichte dem FFC ein Tor zum Sieg. Obliers fürchtet um das Nervenkostüm seines Teams. «Für meine jungen Spielerinnen ist es ungewohnt, vor so vielen Zuschauern anzutreten. Aber sie müssen sich schnell daran gewöhnen», meinte der Duisburger Coach. Für den «Dauerbrenner» in Sachen Pokal aus Frankfurt ist die große Schau im Olympiastadion trotz der drei letzten Final-Niederlagen gegen Potsdam lieb gewordene Routine. «Das Endspiel ist einmal mehr das Saison-Highlight», sagte Dietrich. Favorit Frankfurt kann in Bestbesetzung antreten. «Wir brauchen Typen, die Verantwortung übernehmen», forderte Tritschoks und hatte dabei nicht nur Birgit Prinz im Blick, die 2006 wegen einer Roten Karte das Finale verpasst hatte.
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