Meister VfB «voller Euphorie ins Pokalfinale»
Stuttgart (dpa) - 22.05.2007, 16:02 Uhr
Die Stuttgarter Spieler machen vor dem Training Dehnübungen.
Der VfB Stuttgart hat beim ersten Training nach dem Meister-Triumph den allerletzten Rest-Alkohol rausgeschwitzt und sieht seinen Jungstar Sami Khedira möglicherweise bald im Nationaltrikot. «Er hat glänzende Perspektiven und gehört ab sofort dem erweiterten Kader der Nationalmannschaft an», kündigte Bundestrainer Joachim Löw in der «Stuttgarter Zeitung» an. VfB-Coach Armin Veh hat derweil keine Bedenken, dass seine Fußballprofis nach den ausschweifenden Feierlichkeiten nicht fit genug sind für das DFB-Pokal-Endspiel in Berlin gegen den 1. FC Nürnberg. «Wir gehen voller Euphorie und Optimismus ins Pokalfinale», betonte auch Torwart Timo Hildebrand. Teammanager Horst Heldt will vor der so wichtigen Begegnung keine Personaldiskussionen führen («Das hat unsere Mannschaft nach der gewonnenen Meisterschaft und vor dem Pokal-Finale nicht verdient»), doch eine Verpflichtung scheint nur noch Formsache: Yildiray Bastürk, der Spielmacher von Hertha BSC, hat Borussia Dortmund abgesagt und soll beim VfB einen Vertrag bis 2011 erhalten. Die Stuttgarter stehen mit dem 28 Jahre alten Türken seit Wochen in Verhandlungen.
In kompletter Besetzung absolvierte der VfB die 90-minütige Übungseinheit. Die Mittelfeldspieler Khedira und Pavel Pardo beendeten das Training zwar vorzeitig, doch Veh gab Entwarnung: «Kein Problem für Samstag.» Der VfB-Trainer ist davon überzeugt, dass sich seine Mannschaft rechtzeitig erholt, um das Double zu schaffen. «Man regeneriert relativ schnell, mit dem Erfolg geht das noch schneller», sagte er. «Wir freuen uns alle aufs Spiel. Das Pokalfinale war von Anfang an in dieser Saison die Zielsetzung.» Khedira erfreut sich nicht nur wegen seines erlösenden Siegtreffers gegen Energie Cottbus größter Wertschätzung. «Für sein Alter ist er erstaunlich weit, in jeder Beziehung», sagte Löw über den 20-Jährigen, der einen tunesischen Vater hat. «Er besitzt eine außergewöhnliche Spielintelligenz und eine glänzende Technik. Zudem macht er einen unwahrscheinlich reifen Eindruck und weiß genau, was er will.» Eine Berufung für die Länderspiele am 2. Juni gegen San Marino und am 6. Juni gegen die Slowakei komme noch etwas zu früh, «aber wir werden seinen Weg jetzt ganz genau weiterverfolgen». |