Pokalspiel in Stuttgart abgebrochen - Wurfgeschoss
Stuttgart (dpa) - 25.10.2006, 22:18 Uhr
Betreuer kümmern sich in Stuttgart um Schiedsrichter-Assistenten Kai Voss (M).
Eine Attacke aus den Reihen der Zuschauer gegen einen Schiedsrichter-Assistenten hat zum Abbruch des DFB-Pokalspiels zwischen den Stuttgarter Kickers und Hertha BSC geführt. Schiedsrichter Michael Weiner aus Gießen beendete beim Stand von 0:2 nach 80 Minuten die Partie vorzeitig, weil Assistent Kai Voss offenbar von einem Wurfgeschoss am Kopf getroffen wurde. Der benommene Assistent musste von einem Arzt mehrere Minuten behandelt werden. Kickers-Trainer Robin Dutt versuchte noch, mit einem Aufruf an die Fans die Situation zu beruhigen, doch Weiner brach das Spiel ab. «Es war eine eindeutige Angelegenheit, weil das Wurfgeschoss von der Kickers-Tribüne kam», sagte Weiner.
Höchstwahrscheinlich werde das Spiel nun für die Hertha gewertet, sagte der Spielausschuss-Vorsitzender des Württembergischen Fußballverbandes. «Dass es ein Verfahren gibt, ist klar. Das gibt eine Strafe, das kommt auf den Schiedsrichter-Bericht an», sagte der der ehemalige DFB-Prädident Gerhard Mayer-Vorfelder als einer der 10 500 Zuschauer im ausverkauften Stadion. Die Strafe dürfte deftig ausfallen, weil der Regionalligist bereits in dieser Saison bereits eine Geldstrafe wegen Zuschauerausschreitungen erhalten hatte. Angesichts dieses Eklats geriet in den Hintergrund, dass Hertha BSC weiter vom ersten Pokalsieg seiner Vereinsgeschichte träumen kann. Im Zweitrundenspiel hatten bis zum Abbruch Solomon Okoronkwo (58. Minute) und Yildiray Bastürk per Handelfmeter (74.) getroffen. Die Kickers spielten zwar beherzt auf, doch eine zweite Sensation wie beim 4:3 in der ersten Runde gegen den Hamburger SV wollte nicht gelingen. Während bei den Kickers Kapitän Moritz Steinle wegen einer Notbremse an Marko Pantelic Rot sah (44.), musste Hertha-Profi Ellery Cairo wegen einer Tätlichkeit vom Platz (63.). |