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Hansa Rostock verteidigt Stadionverbote

Rostock (dpa) - 22.09.2006, 15:29 Uhr

Der FC Hansa Rostock hat die bundesweiten Stadionverbote gegen zwei Personen nach den rassistischen Rufen gegen Gerald Asamoah verteidigt.

«Nach den uns vorliegenden Erkenntnissen sind wir sicher, dass diese Personen gebrüllt haben», sagte der Veranstaltungsleiter des Ostseestadions, Rainer Friedrich, auf einer Pressekonferenz. Nach Hinweisen aus der Fanszene und Befragungen des Ordnungsdienstes konnten diese Personen ermittelt werden. Einem Bericht der «Bild»-Zeitung zufolge soll es sich bei einer Person um eine Kindergärtnerin aus Stralsund handeln, die ihre Unschuld beteuerte. «Ich fühle mich als Bauernopfer», sagte die 39-Jährige der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Beide Besucher, die in der DFB-Pokalpartie des FC Hansa Rostock II gegen den Bundesligisten FC Schalke 04 Asamoah mit Urwald-Gebrüll beleidigt haben sollen, dürfen bis zum 30. Juni 2009 kein Stadion der drei höchsten deutschen Ligen betreten. Solch ein Stadionverbot ergibt sich nach Friedrichs Aussagen aus den Stadionverbotsrichtlinien des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). «In denen gibt es für verschiedene Vergehen verschiedene Sanktionen», sagte er. Drei Jahre seien das Minimum für die Vorfälle im Ostseestadion gewesen. «Wir hätten auch ein Stadionverbot von fünf Jahren aussprechen können», erklärte Friedrich, der bei Hansa Stadionverbotsbeauftragter ist.

Die Stadionverbote werden an den DFB weitergeleitet. Dort werden sie verwaltet und koordiniert. «Wenn jemand mit einem Stadionverbot dennoch ein Stadion betritt, droht ihm ein Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs und Verlängerung des Stadionverbots», erklärte Friedrich, der unterstrich, dass Stadionverbote keine staatliche Sanktion auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten, sondern eine Präventivmaßnahme auf zivilrechtlicher Grundlage sind. «Erst wenn Gerald Asamoah selbst einen Strafantrag stellen würde, käme die Polizei ins Spiel.»

Die Stralsunder Kindergärtnerin will gegen das Stadionverbot mit einem Anwalt vorgehen. «Ich bin total unglücklich. Ich will zurück ins Stadion. Ich habe drei Zeugen, die meine Unschuld beweisen können», meinte die Frau, die selbst ausländische Kinder in ihrer Kindereinrichtung betreue und nie etwas Rassistisches gerufen hätte. Der FC Hansa habe zudem keine Zeugen für ihre Schuld benannt, sagte sie.

«Das müssen wir auch nicht. Aber wir werden sicherlich nicht einfach willkürlich ein Stadionverbot aussprechen», betonte Friedrich, der andeutete, dass die internen Ermittlungen noch lange nicht abgeschlossen sind. Bislang gebe es fünf Grundsatzurteile zum Stadionverbot, erklärte Friedrich. «Diese sind alle zu Gunsten des Fußball-Vereins ausgegangen.»


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