Rassismus-Sprechchöre - DFB ermittelt
Frankfurt/Rostock (dpa) - 11.09.2006, 16:45 Uhr
Asamoah wurde das Opfer rassistischer Sprechchöre beim Pokalspiel in Rostock.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat unmittelbar auf die Rassismus-Sprechchöre gegen Nationalspieler Gerald Asamoah reagiert und lässt den FC Hansa Rostock eine harte Strafe fürchten. Der DFB-Kontrollausschuss leitete Ermittlungen ein. Beim 9:1-Pokalsieg des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 bei Oberligist Hansa Rostock II hatte es rassistische Sprechchöre gegen Asamoah gegeben. Sie kamen aus dem Hansa-Fanblock. «Wir halten es für notwendig, dass der DFB tätig wird. Um deutlich zu machen, dass sich der Fußball von solchen Dingen distanzieren muss», sagte Schalke-Geschäftsführer Peter Peters der dpa. Wie der DFB berichtete, wurde der Schiedsrichter der Partie zu einem Sonderbericht aufgefordert. Asamoah selbst soll eine schriftliche Stellungnahme abgeben. Danach wird der Kontrollausschuss das weitere Vorgehen mit Nachdruck beraten, wie es hieß. Dem FC Hansa droht nach eigenen Angaben eine Geldstrafe von 18 000 Euro. «Bei einem Wiederholungsfall geht die Geldstrafe bis zu 150 000 Euro. Zudem sind Punktabzüge und im schlimmsten Fall ein Zwangsabstieg unserer zweiten Mannschaft möglich», teilte Hansa-Vorstandschef Dirk Grabow mit. Der Profi-Mannschaft, die in der 2. Liga spielt, droht laut Hansa allerdings keine Bestrafung.
Die Schmährufe gegen Asamoah hatten nach dessen Treffer zur 2:0-Führung in der 15. Minute eingesetzt. Aus seiner Enttäuschung machte der Nationalspieler nach dem Spiel keinen Hehl: «Ich dachte, diese Zeiten seien vorbei. Das hat mich sehr verletzt.» Schalkes Trainer Slomka forderte Konsequenzen: «Das ist einfach beschämend und abstoßend. Die Rostocker haben bald ein Länderspiel. Vielleicht kann man da etwas gut machen.» Rostocks Manager Stefan Studer hatte sich persönlich bei Asamoah entschuldigt und distanzierte sich am Montag auf der Internetseite im Namen des Vereins von den Verantwortlichen. «Wir sind enttäuscht, betroffen. Wir sind erschrocken vor Menschen, deren Gesinnung wir nicht nachvollziehen können und wollen», sagte Studer und sprach von «Dummköpfen». |