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St. Pauli freut sich auf Party des Jahres

Hamburg (dpa) - 29.01.2006, 14:19 Uhr

St. Pauli-Trainer Andreas Bergmann zeigt die Halbfinal-Lose.
St. Pauli-Trainer Andreas Bergmann zeigt die Halbfinal-Lose.

Der FC St. Pauli rüstet sich für die größte Fußball-Party des Jahres, doch Cupverteidiger FC Bayern München will die Endspielträume des Überraschungs-Halbfinalisten schnörkellos beenden.

«Wir müssen die Bundesliga-Ehre retten», sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß im DSF-«Doppelpass» zur Auslosung im DFB-Pokal. «Jetzt können wir keine Rücksicht mehr nehmen. Es kann nicht sein, dass ein Drittligist nach Berlin und Bremen noch einen Bundesligisten rauswirft», betonte Hoeneß, der die «St. Paulianer lieber im Endspiel gehabt hätte, weil wir mit denen befreundet sind».

Bei St. Pauli weckte das Los Erinnerungen an den legendären Bundesliga-Sieg am 6. Februar 2002 (2:1), als der berüchtigte Hamburger Stadtteil in einen kollektiven Freudentaumel fiel. «Ja, wir haben da mal ein Punktspiel verloren», räumte Hoeneß ein. Und genau deshalb will der Regionalligist auch nicht in die ungeliebte AOL-Arena ausweichen. «Unter keinen Umständen. Wir bleiben am Millerntor», sagte Präsident Corny Littmann nach der Auslosung.

Natürlich wären die Hamburger den übermächtigen Münchnern lieber aus dem Weg gegangen, hatten von einem Heimsieg gegen Frankfurt oder Bielefeld geträumt. Doch nun wird schnell umgeplant: «Wer ans Millerntor kommt, muss erstmal zeigen, dass er dem gewachsen ist», sagte Fabian Boll kess. Er kann freilich nicht darauf hoffen, dass am 11. und 12. April noch einmal Schnee fällt.

Vor dem Hintergrund der unter widrigen Bedingungen auf schneebedecktem Boden ausgetragenen Partie gegen Werder Bremen (3:1) bestätigte Theo Zwanziger, Geschäftsführender Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), in Zukunft die Austragung solcher Spiele noch einmal zu überdenken: «Über allem muss die Gesundheit der Spieler stehen. Der Pokal ist unser wichtigster Wettbewerb, aber wir müssen auch Rücksicht auf die Belange der großen Vereine nehmen.»

Mit Freude reagierten die Frankfurter auf das Glückslos gegen Arminia Bielefeld. Nur Trainer Friedhelm Funkel warnt trotz des Heimvorteils vor zu großer Euphorie. «Das ist natürlich die günstigste Lösung, die wir bekommen konnten. Ob es aber auch die erfolgreichste ist, werden wir sehen. Die Chancen stehen 50:50.» Seine Spieler reagierten erfreut. «Wir haben es jetzt in der Hand, das Finale in Berlin zu erreichen. Was mir mit Hertha BSC nie gelungen ist, möchte ich als Berliner Junge jetzt mit der Eintracht schaffen», sagte Abwehrspieler Marko Rehmer, der an den erstmaligen Einzug ins Pokal-Endspiel seit dem Erfolg 1988 glaubt.


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