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Funkel freut sich über Frankfurts Image-Gewinn

München (dpa) - 26.01.2006, 11:54 Uhr

Frankfurts Francisco Copado (l) und Alexander Meier jubeln über den 3:1-Sieg.
Frankfurts Francisco Copado (l) und Alexander Meier jubeln über den 3:1-Sieg.

Das DFB-Pokalendspiel greifbar, eine Millionen-Einnahme in der Kasse, doch viel wichtiger ist Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt der gute Name

«Das Halbfinale hat überregionale Aufmerksamkeit. Das wird unserem Image sehr gut tun», sagte Trainer Friedhelm Funkel nach dem 3:1-Arbeitssieg beim Zweitligisten TSV 1860 München. Zum ersten Mal seit 13 Jahren stehen die Hessen wieder in der Runde der letzten Vier. «So nahe war ich noch nie an einem Titel», sagte Torschütze Francisco Copado, der mit der Eintracht deren Pokal-Triumph von 1988 wiederholen will. «Die Mannschaft ist heiß, nach Berlin zu kommen. Das war ein Schritt in die Richtung», betonte Funkel, der 1985 mit Bayer Uerdingen die Trophäe holte.

Heißhunger auf den zweitwichtigsten deutschen Fußball-Titel war der Eintracht in der Anfangsphase des Viertelfinales nicht anzumerken. Gegen die forsch aufspielenden «Löwen» war zunächst kein Klassenunterschied zu sehen, erst mit zunehmender Dauer setzte sich die reifere Spielanlage der Gäste durch. Copado (20.), Ioannis Amanatidis (78.) und Alexander Meier (90.+3) wendeten nach dem Führungstor von Stefan Reisinger (11.) vor 24 000 Zuschauern in der Münchner Allianz Arena das Blatt und bescherten den Frankfurtern rund 1,5 Millionen Euro. So viel kommt durch Preisgeld und die Live-TV- Übertragung in der nächsten Runde zusammen. «Aber viel entscheidender ist der Prestige-Gewinn», sagte Eintracht-Chef Heribert Bruchhagen.

Für die Frankfurter Fahrstuhlmannschaft der vergangenen Jahre ist der Einzug ins Semifinale Zwischenstation einer Saison, in der am Ende der Klassenverbleib stehen soll. Erst gegen Ende der Hinrunde kam der Aufsteiger in Schwung und rückte vom letzten Tabellenrang bis ins Mittelfeld vor. Den größten Coup landeten Funkels Fußballer aber auf der Showbühne Pokal, als sie Schalke in Runde zwei mit 6:0 vom Platz fegten. Jetzt träumen sie von mehr. «Wenn wir ins Finale kommen, dann sind wir so gut wie international qualifiziert», schwärmte «Joker» Amanatidis. Die Bedingung dafür: In Berlin müsste der dann wohl für die Champions League qualifizierte FC Bayern Gegner sein. «Wir brauchen Glück, dass wir nicht noch mal nach München müssen», sagte Funkel mit Blick auf die Auslosung.

Dagegen erhielt die Aufbruchstimmung bei den Münchnern einen Dämpfer. Drei Tage nach der Entlassung von Trainer Reiner Maurer mühte sich Bernhard Trares als Interims-Coach auf der Bank, skeptisch beäugte der neue Chef Walter Schachner das Geschehen von der Tribüne. «Ich habe viel Arbeit vor mir», sagte Schachner, der während der Partie auch mit Bayern-Coach Felix Magath plauderte.

Trotz der erneuten Niederlage in der Arena - in der 2. Liga wurden nur drei von zehn Spielen dort gewonnen - sah Neu-Manager Stefan Reuter von der Bank aus positive Ansätze. «Ich bin zufrieden, wie sich die Mannschaft präsentiert hat. Wir dürfen uns durch so ein Spiel nicht verrückt machen lassen», sagte der Weltmeister von 1990. «Wir müssen uns nun gegenseitig ein gutes Gefühl geben.» Das größte Kompliment aber hatte Funkel parat: «Wenn die Münchner immer so spielen wie heute, dann schaffen die den Aufstieg. Dann weiß ich nicht, wer die verdrängen soll.»


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