Gefährlicher Trend in Mainz

Fürth (dpa) - 27.10.2016, 10:19 Uhr
Gefährlicher Trend in Mainz
Mainz muss sich aus einem Stimmungstief befreien. Foto: Timm Schamberger

Die Auslosung kurz nach Mitternacht machte den Pokal-K.o. für den FSV Mainz 05 nur noch schlimmer. Denn der Zweitligist SpVgg Greuther Fürth erhielt mit dem attraktiven Achtelfinal-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach eine großartige Belohnung für den 2:1 (0:0)-Coup.

«Nach dem Europa-League-Teilnehmer Mainz kommt nun also eine Mannschaft, die sogar Champions League spielt», schwärmte Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck voller Vorfreude auf einen weiteren großen Pokalabend im Frankenland am 7. oder 8. Februar 2017.

Mächtig «angefressen», wie es Präsident Harald Strutz ausdrückte, hatten dagegen die Mainzer Verantwortlichen die Stadionbaustelle in Fürth verlassen. «Hergeschenkt» habe man das Weiterkommen, schimpfte Trainer Martin Schmidt, der sich als sportlich Verantwortlicher in der Pressekonferenz sogar offiziell beim Verein entschuldigte: «Es ist nachlässig, wie wir da Geld in den Sand setzen. Unser Ziel war es, in drei Wettbewerben zu überwintern.»

Dem dreifachen Erfolgsanspruch in Bundesliga, Europa League und nationalem Pokal ist die Mainzer Mannschaft physisch und mental nicht gewachsen. Auch wenn Sportdirektor Rouven Schröder die Belastung der vielen englischen Wochen als Entschuldigung für den Crash in Fürth «nicht gelten» lassen wollte. «Damit wollen wir erst gar nicht anfangen», sagte Schröder an seiner früheren Arbeitsstätte.

Strutz, Schröder und Schmidt hinterfragen lieber die Mentalität in der Mannschaft. Vor nur 5975 Zuschauern schien das Weiterkommen nach dem Führungstor von Jhon Cordoba in der 68. Minute eingetütet. «Der Gegner war tot nach dem Tor», meinte Schmidt. Die Fürther wendeten durch Sercan Sararer (79.) und Veton Berisha (90.) das Spiel aber noch. «Kompliment, so zurückzukommen gegen einen Europa-League-Teilnehmer», sagte der durch den Sieg gestärkte Trainer Ruthenbeck: «Ich bin stolz auf die Mannschaft.»

Schmidt erwartet dagegen von seinen Spielern eine rasche Reaktion. «Ich hoffe, dass jetzt nicht nur ich mich ärgere. Auch im Team muss es da laut werden», sagte er angesichts der Stille, die in der Kabine nach dem Ausscheiden geherrscht habe. Der Trainer fordert Emotionen. «Jetzt braucht man die Eigendynamik im Team», sagte Schmidt.

Angesichts des engen Spielplans sind seine Handlungsmöglichkeiten begrenzt. Er habe etwa gar keine Zeit, um die Sinne der Profis «mit einem ekligen Training» zu schärfen. «Wir müssen raus aus der Selbstzufriedenheit», mahnte der Schweizer und rätselte in Fürth: «Vielleicht hätten wir früher mal eine richtige Klatsche gebraucht.»

Auf das 0:3 im Bundesligaspiel beim FC Schalke 04 folgte nur drei Tage später mit dem Pokal-Aus ein weiterer schwerer Wirkungstreffer. «Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in einen Abwärtstrend geraten», mahnte Abwehrspieler Daniel Brosinski. In den sind die Mainzer aber bereits geraten. Drei knifflige Aufgaben stehen noch an bis zur nächsten Länderspielpause: am Samstag gegen den FC Ingolstadt sowie danach zweimal auswärts im Europacup beim RSC Anderlecht sowie beim bärenstarken Aufsteiger RB Leipzig. «Wir müssen schnell aufwachen und gegen Ingolstadt drei Punkte holen», forderte Brosinski.

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