Bauchlandung für Mainz in Fürth: Aus nach viel Leerlauf

Fürth (dpa) - 26.10.2016, 20:45 Uhr
Bauchlandung für Mainz in Fürth: Aus nach viel Leerlauf
Veton Berisha jubelt über seinen späten Siegtreffer. Foto: Timm Schamberger

Der FSV Mainz 05 ist für eine träge Vorstellung mit dem überraschenden Pokal-Aus beim Fußball-Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth bestraft worden.

Veton Berisha erzielte in der 90. Minute den umjubelten Siegtreffer zum 2:1 (0:0) für die kampfstarken Franken. Fürth schaffte vor 5975 Zuschauern ein starkes Comeback und zog ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein, nachdem zuvor Fürths Sercan Sararer (79.) die Führung des Bundesligisten durch Joker Jhon Cordoba aus der 68. Minute ausgeglichen hatte.

Für Fürths bereits angezählten Trainer Stefan Ruthenbeck war es nach zuvor vier sieglosen Spielen in der Liga ein befreiender Erfolg. Der Europa-League-Club Mainz dagegen enttäuschte nur drei Tage nach dem 0:3 beim FC Schalke 04 erneut. Die wenigen mitgereisten Fans beschimpften die Profis, die Fürther Anhänger verabschiedeten das Team mit hämischen «Auf Wiedersehen»-Rufen.

«Da ist man einfach nur angefressen», sagte der Mainzer Club-Boss Harald Strutz. «Wenn man zwei solche Gurken reinkriegt, da ist man schon sprachlos.» Der Mainzer Abwehrspieler Nico Bungert sagte: «Bis zum 1:1 war alles in Ordnung. Wenn man in den letzten zehn Minuten noch zwei Tore fängt, ist das unerklärlich.»

Die Partie begann in sehr gemächlichem Tempo. Die von Trainer Martin Schmidt auf sechs Positionen veränderten Mainzer taten sich schwer, mit ihrem meist behäbigen Angriffsspiel Lücken in der gut gestaffelten Fürther Defensive zu finden. Es waren eher die Franken, die bei einigen forschen Gegenstößen gefährlich wurden. Die größte Chance des ersten Durchgangs hatte Fürths Sebastian Freis (17.).

Nach der Pause kamen beide Teams mit etwas mehr Schwung aus der Kabine. Der Mainzer Karim Onisiwo gab in der 49. Minute aus der Drehung einen ersten gefährlichen Schuss auf das Fürther Tor ab. Danach gelang es dem Bundesligisten jedoch weiterhin nicht, Druck aufzubauen. Fürth hielt den klassenhöheren Gegner in Schach, ohne allerdings seine Kontermöglichkeiten erfolgreich auszuspielen.

Bei einem ruhenden Ball war der zuvor blasse Regisseur Yunus Malli mitentscheidend. Seinen präzisen Eckball köpfte der nur vier Minuten zuvor für den wirkungslosen Levin Öztunali eingewechselte Stürmer Jhon Cordoba wuchtig ins Tor (68.). Vom Innenpfosten prallte der Ball unhaltbar für Fürths Pokal-Torwart Sascha Burchert ins Netz.

Doch der Zweitligist schlug zurück. Mittelfeldspieler Sararer, der noch am Sonntag beim 0:1 in Braunschweig wegen einer dummen Gelb-Roten Karte der Buhmann war, traf nach schönem Zusammenspiel mit Berisha (79.). Anschließend erzielte der starke Berisha nach einem Abpraller mit dem Nachschuss den umjubelten Siegtreffer für Fürth.

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