Bochum träumt vom Pokal-Coup - Guardiola: «Finale»

Bochum/München (dpa) - 09.02.2016, 18:02 Uhr
Bochum träumt vom Pokal-Coup - Guardiola: «Finale»
Münchens Trainer Pep Guardiola betrachtet das K.o.-Duell im Pokal gegen den Zweitligisten VfL Bochum als «Finale». Foto: Maja Hitij

Der VfL Bochum träumt von der Pokal-Sensation, für Bayern München soll die Reise ins Revier eine Durchgangsstation auf dem Weg zum 18. Cup-Triumph sein.

Trainer Pep Guardiola will sich unbedingt mit dem Triple Richtung Manchester verabschieden, das Viertelfinal-Aus in dem Prestige-Wettbewerb wäre für ihn und den Club eine Riesenblamage und würde vor den kommenden Aufgaben erneut große Unruhe schüren. Nicht zuletzt deshalb warnte Guardiola am Dienstag, den Tabellen-Fünften der 2. Liga zu unterschätzen. «Jedes Spiel ist neu, wir fangen bei Null zu Null an, es ist ein Finale», sagte der Bayern-Coach vor der Partie am Mittwoch (20.30 Uhr).

Guardiola erwartet ein kampfbetontes K.o.-Duell auf dem durch die Regenfälle aufgeweichten Rasen im mit knapp 30 000 Zuschauern ausverkauften rewirpower-Stadion. Guardiola hat Respekt, er erwartet das Team von Trainer Gertjan Verbeek «sehr aggressiv».

Ob die wieder im Training befindlichen Franck Ribéry und Mario Götze zum Kader gehören, ließ der Katalane ebenso offen wie das Debüt von Neuzugang Serdan Tasci nach dessen Gehirnerschütterung. Rafinha fuhr nach Guardiolas Angaben ganz sicher mit zum VfL, beim zuletzt am Knie angeschlagenen Arturo Vidal «denke ich auch». Wie es später auf FCB.tv hieß, reiste von den Genannten nur Vidal mit dem Team am frühen Dienstagabend nach Bochum.

Bochum ist im Pokalfieber, und der seit Jahren in der 2. Liga dümpelnde VfL will die Partie gegen das Starensemble zu einem Festtag machen. «Viele sagen, wir hätten nichts zu verlieren. Aber das stimmt nicht. Wir haben das Halbfinale zu verlieren», sagte Verbeek. Von seiner Elf erwartet er nicht nur gut zu verteidigen, sondern auch die eigenen Chancen zu suchen. «Wir haben einen Plan und probieren auch Fußball zu spielen. Die Mannschaft muss an sich glauben, um ein richtig gutes Pokalspiel zu machen», forderte der Niederländer, für den das Duell mit den Bayern zwar ein Highlight, aber nicht das wichtigste Spiel ist. «Wir wollen aufsteigen. Und dann ist das der Höhepunkt.» Sportvorstand Christian Hochstätter ergänzte, man brauche «einen genialen Tag», um die Bayern auszuschalten.

«Das ist ein tolles Ereignis für die Stadt, den Verein und für uns Spieler», betonte VfL-Verteidiger Stefano Celozzi, der in der Saison 2007/2008 sogar mal das Bayern-Trikot trug und unter Ottmar Hitzfeld mit den Profis trainieren durfte. Doch aus dem damaligen Münchner Team sind nur noch Philipp Lahm und Ribéry dabei.

VfL-Kapitän Patrick Fabian ist sich der Außenseiter-Rolle gegen den Rekordmeister bewusst, auch wenn sein Team mit dem 2:0 gegen den SC Freiburg kräftig Selbstvertrauen tankte. Natürlich dürften die Bayern «nicht ihren besten Tag erwischen», meinte Fabian, setzt aber auf den Euphorie-Faktor: «Wir haben alle Bock auf das Spiel. Im Fußball hat man immer eine Chance.»

Schon fünfmal traf der VfL in der Pokal-Historie auf den FC Bayern, durchsetzen konnte er sich nur einmal: Im Mai 1968 zog Bochum mit einem 2:1-Sieg gegen Sepp Maier und Co. ins Finale ein. Zuletzt trafen sich die Kontrahenten im Dezember 2011 zu einem Pflichtspiel in Bochum. Im Pokal-Achtelfinale traf Arjen Robben erst in der Nachspielzeit zum 2:1 und wendete die drohende Verlängerung ab.

Nicht zuletzt deshalb mahnte Robben. «Es wird nicht einfach. Man braucht gar nicht von einer Zweitligamannschaft zu reden. Bochum könnte auch in der Bundesliga spielen». Genau da will der VfL wieder hin. Der erstmalige Einzug ins Pokal-Halbfinale seit 1988 wäre als Motivationsschub für den Aufstiegskampf von unschätzbarem Wert - genauso wie die Zusatzeinnahme von gut zwei Millionen Euro für den Halbfinal-Einzug.

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