Anders als beim nach Verlängerung verlorenen Endspiel (1:2) vor vier Jahren gegen München ist der BVB diesmal von vorn herein auf Augenhöhe. «Wir wollen die Gunst der Stunde nutzen. Wir sind in hervorragender Verfassung und nach 103-jähriger Vereinsgeschichte einfach mal dran mit dem Double», sagte Klopp. Gut möglich, dass es in Berlin ähnlich eng und dramatisch zugeht wie beim 1:0 der Borussia im Giganten-Gipfel vor einem Monat in Dortmund. Damals avancierte Arjen Robben zur tragischen Figur. Erst hob er beim Dortmunder Siegtreffer das Abseits auf, dann verschoss er in der Schlussphase einen Elfmeter. Liebend gern würde der Flügelflitzer diese Missgeschicke am Samstag vergessen machen: «Es gibt schöne Momente im Fußball und weniger schöne. Das ist ein anderes Spiel, und ich werde wieder 100 Prozent geben.» BVB-Trainer Klopp dürfte auf die Startelf setzen, die sich beim bislang letzten Spiel gegen den FC Bayern prächtig schlug. Deshalb droht dem von einer Schambeinentzündung genesenen Mario Götze ein Platz auf der Bank. «Er macht Fortschritte», sagte Klopp, «aber es ist wahrscheinlicher, dass Mario eingewechselt wird.» Beim FC Bayern ist die Besetzung des defensiven Mittelfeldes spannend. Setzt Heynckes auf eine defensive Variante mit der Doppelsechs Bastian Schweinsteiger/Luiz Gustavo und davor auf der Zehn mit Toni Kroos? Oder steht der zuletzt starke Thomas Müller in der Startelf, und dahinter bilden wie wohl auch in einer Woche beim Königsklassen-Finale gegen Chelsea Schweinsteiger/Kroos die Doppelsechs? Heynckes hielt sich auch am Tag vor dem Finale mit Äußerungen zu seiner Taktik und Personalplanung zurück. «In solch einem engen Spiel spielen simple Faktoren oft eine große Rolle.» Nicht nur für die Profis, sondern auch für die Organisatoren ist die Partie in dem mit über 74 000 Zuschauern ausverkauften Olympiastadion eine echte Herausforderung. Weil in der Arena nur zwei Tage zuvor das Relegationsspiel der heimischen Hertha gegen Fortuna Düsseldorf (1:2) ausgetragen wurde, mussten einige Arbeiten in der Nacht durchgeführt werden. Doch die dadurch verursachten Mehrkosten können durch das riesige Vermarktungspotenzial dieser Partie locker verkraftet werden. «Alles wird bereit sein für ein tolles Fußball-Fest», versprach DFB-Sprecher Ralf Köttker. Die voraussichtlichen Aufstellungen: Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan, Kehl - Blaszczykowski, Kagawa, Großkreutz - Lewandowski FC Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Badstuber, Alaba - Kroos, Schweinsteiger - Robben, Müller, Ribéry - Gomez Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
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